Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 14 (11.12.1908)
- Date
- 1908-12-11
- Page
- Seite 114 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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114 LITERATURBLATT No. 14 Dieser Jakob trägt vielleicht den schönsten Heirzlkopf, den wir kennen, während ja leider künstlerisch s׳ihr schöne Bilder vom Herzl umlaufen, die dem HerzI, der unter uns weiiilte, kaum ähnlich sehen. Dass Moses vor dem brennenden Dornbusch dieselben Züge trägt, ist bei Liken keline Frage, dessen schönster Heros eben Herzl ist, der ihm mit dem Gründer der jüdischen Nation zu einem einzigen Ganzen verschmilzt. So haben wir hfer in Liliens neuem Werk etwas vor uns, das jüdische Schönheit und hebräische Kraft des Geistes und Leibes harmonisch vereinigt. Ich werde noch Gelegenheit nehmen, weiter über den Fortgang des grossartigen Werkes zu berichten, muss aber hier den ehien herzlichen Wunsch an die Verlagsbuchhandlung aussprechen, dass sie e!s nicht versäumen möge, so bald als irgendwie angängig zur Lildenschen Ausstattung eine entsprechende Ausgäbe des hebräischen Urtextes der Bibel berauszugeben. Erst mit dem hebräischen Wort wird der hebräische Geist Lilienscher Knn-st ganz harmonisch wirken. Heinrich I. o e w e. Literatur bericht שיר השרים Bas Lied der Lieder, übersetzt und erläutert von Willy Weif, branidurt a. M. 1-908. Der Autor steht auf dem Standpunkte alter Auslegung, dass das Hohelied die Beziehungen zwischen Gott und Israel zum Ausdruck bringen will. Wenn er die Menschheit hinzufiig’t, so׳ verlässt er damit bereits diesen Standpunkt der Überlieferung. Wenn Rabbi Akiba gewusst hätte, was er mit seinem Ausspruch für Unnatiirlichkeiten in die Auslegung hineintragen würde, so hätte er gewiss eine andere Form gefunden, den köstlichen nationalen Liederschatz vor dem Fanatismus der Männer zu bewahren, die nur das als heilig verstanden, woi die fromme Heiligkeit klar für ihr blödes Auge leuchtet. Das Buch ist herzlich gut gemeint und die gläubige Anschauung des Verfassers will den Respekt haben, den wir ihr gern entgegenbringen. Aber dass das Buch zürn Verständnis des *שיל הישירים irgend etwas beiträgt, wäre ein Irrtum. Eljäqim. Christ. W. Dohm, Der Gegner der Physiokratie und seine Thesen. Von Dr. Mordche W. Rapaport. Berlin: Puttkammer & Miihlbecht 1908. 143 S. 8°. Der gelehrte Verfasser hat offenbar sich deshalb an die Darstellung der 'Lehren Christian Dohms gemacht, weil die Gerechtigkeitsliebe dieses Mannes soweit ging, dass er sogar für die unterdrückten Judeen nicht anstand einzutreten, ein Wagnis in jener Zeit, das nicht gering angesehen weiden wiil. Die Arbeit Rapaports ist eine ausserordentlich fleissige und systematische und es ist ihr der volle Erfolg zu wünschen, den sie verdient. E—1—m. Die Zeit- und Festrechnung, der Juden unter besonderer Berücks-ichtig'ung der Gausssclien Osterformel nebst einem immerwährenden Kalender von Dr. Joseph Bach, Direktor des bischöflichen Gymnasiums zu Strass-, bürg i. Eis. Freiburg i. B.: Herdersche Verlagsbuchhandlung 1908. 48'S. 4". 2 Mark.