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Jüdische Rundschau · 1908-11-20 · 13 (20.11.1908) · p. Seite 106

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
13 (20.11.1908)
Date
1908-11-20
Page
Seite 106 (sequence 6)
Language
German
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106 LITERATURBLATT No. 13 erbungs t h e o r i e n von Weismann, Hertwig, Semon etc. wenig Bezug genommen wird, während die Tatsachen der Vererbungslehre zur ausführlichen Besprechung kommen. Wir haben ausserhalb der Fachliteratur sicher bisher kein Buch, das so vorzüglich wie dieses in das schwierige und hochinteressante Gebiet der Vererbung einführt, dessen Dunkel sich allmählich zu lichten beginnt, und dessen Kenntnis bereits ein notwendiger Bestandteil der allgemeinen Bildung ist. Dr. E. Auerbach. Jüdische Apologetik von Dr. Moritz Gitdemann, Oberrabbiner in Wien. Glogau: Carl Flemming, Verlag 1906. Schriften herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Grundriss der Gesamtwissenschaft des Judentums. Abteiung C Band 2. (XX, 248 S.) 8., Wenn die Apologetik die Wissenschaft von der Apologie sein soll, so liegt die Gefahr dringend vor. dass aus dieser Wissenschaft allzuleicht eine mit wissenschaftlichen Mitteln arbeitende Apologie wrd. Apologie ist aber bei Leibe keine Wissenschaft. Dieser Gefahr ist G ii d e m a n n ebenso wenig entgangen wie die christlichen Apologetiker, die ebenfalls zu Apologeten wurden. Anstatt einer Apologetik des Judentums hat er eine Apologie gegeben. Damit soll keineswegs der Wert des Werkes herabgesetzt werden. Nur gehört sein Werk nicht in den Grundriss der Gesamtwissenschaft des Judentums. Man bat sich eben allzusehr den Grundriss der theologischen Wissenschaften zum Muster genommen, weil man das falsche Dogma nicht los werden konnte, dass das Judentum eine Religion oder eine theologische Disziplin ist. Wenn man dies vorausschlickt, so kann man sagen, dass Güdemanns Buch keine Musterleistung ist, aber recht gut wertvolles einschlägiges Material zusammenbringt, um gegenüber den landläufigen und den theologischen falschen Vorstellungen von der Lehre des Judentums diese Lehre zu verteidigen. Wenn aber der Autor gleich in seiner Vorrede sagt: „Geschichtlich ist die Religion der einzige Beruf des Volkes Israel gewesen, in ihr liegt der Zweck seines Daseins, was die Bibel unablässig dem Volke zu Gemiite führt,“ so liegt hier ein Grundirrtum vor. Der Begriff „Religion“, wie wir ihn heute fassen, liegt dem Mosaismus so fern, dass nicht bloss in der ganzen Bibel das Wort; Religion nicht einmal vorkommt, sondern dass es dies in der hebräischen Sprache so wenig gibt, dass man es durch das persische Lehnwort Hl wiedergibt, das noch dazu ursprünglich etwas ganz anderes, nämlich das ..Edikt“ bedeutet. Das ändert nichts an der Tatsache, dass dieser neuere Begriff Religion nicht entstanden wäre, wenn nicht das jüdische Volk in seiner Geschichte den Grund dazu gegeben hätte. Aber die Tora ist Lehre und Gesetz, nicht Religioin. Fs wäre 'aber verfehlt, wollte man aus diesen Gitinden das Giidemannsehe Buch in seinem Werte verkennen.. Im Gegenteile könnte mancher, dem das Judentum fremd ist, sich Belehrung bei ihm holen. Denn das von ihm reichlich beigebrachte Material ist immerhin imstande, zu belehren und Irrtiimer zu zerstreuen-. Eine Geschichte der Apologieen wäre wünschenswert gewesen. Wir bedauern tden Platz des Buches im Grundriss und freuen uns des Buches, Eljäqim. Jona. Eine Untersuchung zur vergleichenden Religionsgeschichte von Hans Schmidt. Mit 39 Abbildungen! im Text. Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht 1907. Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments. Heft 9. (VIII. 194 S.) 8°. Mark 6.—. In drei grossen Teilen bringt Hans Schmidt zur Jonasgeschichte ein so ausserordentlich reiches Material zusammen, dass man den Forscherfleiss und wissenschaftlichen Blick nur bewundern kann. In dem ersten wird der Fisch als Fe Und. in dem zweiten als R e tt e r, im dritten als Unterwelt durch die Sagen- und Mythenwelt aller Völker vornehm-

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