Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 13 (20.11.1908)
- Date
- 1908-11-20
- Page
- Seite 105 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 13 LITERATURBLATT 1Ö5 und zu beatbeiten. Wer am meisten europäische Kultur'ins Land bringt, der wird es erobern.“ So legt Fischer nach bestem Wissen das Schicksal des jüdischen Volkes in seine Hand. Jedem Zionisten können wir raten, dieses Buch, hinter dem eine charaktervolle Persönlichkeit steht, zur Hand zu nehmen. Dr. Elias Auerbach. Konfirmationsreden. Von Jacob Freund, Lehrer an der Religicnsschule der Synagogengemeinde zu Breslau. Nebst einem Anhang: Konfirmationslchre, Glaubensbekenntnis und Vermehrung der Reden für die Konfirmanden. Neue Ausgabe. Breslau: Jacob B. Brandeis 1908. Die Sammlung der Freundschen Reden hat (204 S. 8°) vor nahezu vier Jahrzehnten sich viele Freunde erworben und man kann es dem Herausgeber nicht verdenken, wenn er eine Neuausgabe veranstaltet. Immerhin scheint es uns, dass der Geschmack an solchen Reden erheblich geschwunden ist, wahrend zur Zeit ihres ersten Erscheinens, die Reden, die Form trafen, die der Geist der Zeit damals erheischte, und deshalb ausserordentlich geschätzt werden konnten. Wo ein Bedürfnis nach solchen Konfirmationsreden oder sagen wir lieber auf gut Deutsch Barmitzwahreden vorliegt, wird man gern auf die neue Ausgabe der Freundschen Redensammlutig zurückgreifen. Die Familie Mendelssohn 1729—1847. Nach Briefen und Tagebüchern. Von S. HertseF Fünfzehnte Auflage. Band 1, 2. Berlin: Behrs. Verlag 1908. Volksau-ssgabe, Preis geheftet 6 Uark, gebunden 7,50 Mark., Obwohl die Familie Mendelssohn hingst nicht mehr zu den jüdischen Familien gehört, wird sie immer noch dazu gerechnet, und zu allermeist von den Feinden der Juden. Der Nichtjude empfindet eben die Nachkommen als Juden bis ins zehnte Geschlecht. Der Verfasser des berühmten Buches, das die ältere Geschichte der Mendelssohns darstiellt, S. Hensel und der längst nicht mehr unter den Lebenden weilt, gehört selbst zu der Familie, die er mit Liebe verfolgt und der er in ihren Grössen ein würdiges Denkmal gesetzt hat. Uns mutet es beinahe merkwürdig an. dass er diesem Buche die Goetheschen Worte voransetzt, die mehr als alle anderen den preisen, der seiner Väter gern gedenkt, mit denen fer sich in festgeschlossener Reihe weiss, da ja die Familie Moses Mendelssohns das Schulbeispiel darstellt, wie eine im Judentume wurzelnde Familie sich schnell und gründich von dem Stamme der Väter losgerissen und den historischen Faden zerschnitten hat. der die Kinder mit den Eltern verband. Und trotz dieser Sachlage bildet das Buch einen festen Teil jüdischer Kulturgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts und darf nicht übergangen werden, wenn man ein vollständiges Bild jüdischen Lebens und jüdischer Grösse im vergangenen Jahrhundert g'eben will. Die fünfzehn Auflagen, die es erlebt hat. sind wohl die allerbeste Empfehlung, di,e das Buch bat und es bedarf keiner andern. El . . . m. Dr. E. Teichmann, Die Vererb u n g als erhaltende Macht. Kosmos Gesellschiit der Naturfreunde. Geschäftsstelle: FVanldsche Verlagsbuchhandlung in Stuttgart. 94 S. 8°. Preis 1 Mark. Die kleine Schrift Teichmanns ist ein Muster einer gediegenen populären Darstellung., Sie ist so verständlich .geschrieben, dass jeder aufmerksame Leser ihr folgen kann, und doch ist weder der Wahrheit Zwang angetan, noch die Gründlichkeit zurückgestellt. Es ist jedenfalls ein gutes Zeichen, dass sogar die schönen Bastardierungsversuche von Correns, die vor etlichen Monaten erst veröffentlicht wurden, bereits ausführlich besprochen und in ihrer grundlegenden Bedeutung richtig erkannt sind. Der interessierte Laie kann auch sehr zufrieden damit sein, dass auf die Ver-