Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 13 (20.11.1908)
- Date
- 1908-11-20
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 13 LITERATURBLATT 103 auf einem anderen, aber immerhin verwandten Gebiete liegende aurbKihende Bezalelschule, für deren künstlerische Bedeutung Boris Schatz eine genügende Gewähr bietet ... ln Jaffa iist das Hebräische Gymnasium, das sich zu dem von Herrn Moser geplanten Herzlgymnasium auswachsen soll, ebenfalls bereits zu solchen Resultaten gediehen, dass der Neid es für nötig fand, Verleumdungen gegen das mächtig aufstrebende Kulturinsütut auszustreuen und damit den Beweis für die Nichteingenommenen zu liefern, dass hier etwas ist, an dem die Wespen etwas zu nagen finden. Kurzum, die Anfänge einer Schulentw'cklung sind vorhanden, an die sich die Gründung der technischen Mittelschule, die soeben in Angriff genommen und in ihrem wissenschaftlichen Stande auf der Höhe eines deutschen Technikums stehen soll, organisch anschliesst. H. Loewe. (Fortsetzung folgt.) Zur Frage der verminderten Kindersterblichkeit der Juden I. Zu der in No. 44 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU und in No. 12 des LITERATURBLATTES besprecheneu Arbeit des Herrn Dr. Auerbach über „ D i e 'S t e r b 1 i c h k e i t der Juden in Budapest (1901—1905)“ (ZEITSCHRIFT FÜR DEMOGRAPHIE UND STATISTIK DER JUDEN 1908 No. 10) erlaube ich mir noch Folgendes zu bemerken: Herr Dr, Auerbach glaubt, die geringere Sterblichkeit der jüdischen Kinder in Budapest sei hauptsächlich der elterlichen und ärztlichen Fürsorge zu danken. Herr Dr. Eisenstadt fügte sehr richtig hinzu, dass liier auch das bei den dortigen Juden weit verbreitete Stillen der Säuglinge als Ursache in Betracht kommt. Dem möchte ich noch hinzutiigen, dass wohl die weitaus grösste Rolle bei dieser Frage der Alkohol spielt. Freilich ist die Alkolhiolfrage sehr mit der des Stillens verbunden; denn sonst würde z. B. den kräftigen bayerischen Bauersfrauen, schönen und anscheinend gesunden Gestalten, nicht die Fähigkeit zum Stillen fast ganz verloren gegangen sein. Unter den erst kürzlich eirigewanderten Juden New Yorks, bei denen wohl mit das grösste Elend herrscht, sterben fast gar keine kleinen Kinder; denn die Frauen nähren alle iselbst, sie können es eben noch. Wo aber die Juden die Sitten und Unsitten ihrer Umgebung angenommen haben, wo sie, wie z. B. in Algier, grosse Mengen Fleisch verzehren und die europäischen Trinksitten nachahrnen. da hat es sich gezeigt, dass die vielgepriesene Zähigkeit der Juden als Rasse— nur eine Fabel ist.dass dann die Kindersterblichkeit bei den Juden nicht geringer ist, dass sie durch Rachitis. Skrophuiose. Fettsucht, Gicht etc. dezimiert werden, während: bei den Arabern denen der Alkohol verboten ist -- diese Krankheiten unbekannt sind (Bernhard A n z i m o u r; Sobriete et resistatice des Arabes. These Paris 1905). Wohl nie hätten sich die Juden trotz der schweren Bedrückungen und Verfolgungen so lange und kräftig erhalten können, wenn sie nicht stets als Nichttrinker unter Trinkern gelebt hätten — und lebten. Und dies wird wohl auch bei den Juden in Budapest der Fall sein! Zahnarzt L i c h t w i t z (Guben).