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Jüdische Rundschau · 1908-08-14 · 8 (14.8.1908) · p. Seite 63

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
8 (14.8.1908)
Date
1908-08-14
Page
Seite 63 (sequence 7)
Language
German
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No. 8 LITERATURBLATT 61 lesen sollte. Er wird dann gewiss einsehen, wie nicht nur Politik und Oekonomie sondern auch vor allem die noch unbekannte oder nicht mehr bekannte Sozialhygiene zur Erhaltung und Regulierung eines■ Gemeinwesens dient. Eisenstadt. Das Gymnasium zu Lengowo. Ein Schulroman aus der Ostmark von Carl Busse. Band 1. 2. Stuttgart: J. Engelhorn 1907 (= Engelhorns allgemeine Roman-Bibliothek Bd. 21. 22). Preis pro Band 50 Pf. In geradezu meisterhafter Darstellung erzählt uns Carl Busse die Verhältnisse,, die durch Iden polnisch-deutschen Kampf in den Ostmarken geschaffen werden. Zwischen beiden Nationen steht die dritte und schwächste, die jüdische, die nach Sprache und Neigung (der deutschen sich anschliessen möchte und die von dort durch den Judenhass stets in angemessene Entfernung zurückgetrieben wird. Der Jnlde wird im Bussesehen Roman durch den Barbier Strich und seinen Sohn repräsentiert, nicht ganz mit Unrecht: man braucht nur nach Wronke oder Rawitsch, nach Samter oder Birnbaum zu gehen, und man wird ihn vor seinem Laden sehen mit vielen Bücklingen und vielen Scharwenzen. Aber ^d i e Posensche Judenschaft ist das nicht! Die lernt allmählich aufrecht zu stehen. Die jüdische Jugend, die von den nationaljüdischen Studentenvereinen ihr Selbstbewusstsein mitbringt, hat in dem Biltde, das Busse so farbenprächtig entrollt, bereits eine ganze Reihe charakterischer Pinselstriche angebracht, die ihm ein ganz anderes Aussehen geben. Der Posener jüdische Rechtsanwalt, dessen Judentum allerhöchstens bis zur Vorstandschaft des Zentralvereins reicht, hat bereits seine Rolle ausgespielt. Man lässt es sich nicht mehr bieten, wenn man die Ju&en durch wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Boykott aus der Heimat treibt, um ihnen dann mangelndes Heimatgefühl vorwerfen zu können. Aber noch vor wenigen, ganz wenigen Jahren traf das Bussesche Bild ganz und gar zu und nach wenigen Jahren wird es gar nicht mehr $en wirklichen VerJhältnissen entsprechen. Wir werden dazu weiter beitragen. Aber jedenfalls sollte Busses Gymnasium zu Lengowo sich überall dort einen Platz erobern, wo man sich für die nationalen Kämpfe in den Ostmarken von polnischem, deutschem, jüdischem oder allgemein menschlichem Standpunkte interessiert. Auch wird man die Romanspannung bis zum letzten Moment nicht verlieren: ,.Kriegen sie sich, oder kriegen sie sich nicht?“ H. L. Notizen PALÄSTINA, Monatsschrift für die' wirtschaftliche Erschliessung• PaläStinas. Zentralorgan der jüdischen Koionisaüoinsbewegung im Orient. Jg. 5. 1908. Heft 5 und 6.! . Die Redaktion teilt mit, dass PAj LÄSTINA sich-dadurch zu einem Pa-; lästina-Archiv auswachsen wird, dass eine Reihe wichtiger Organisationen, darunter das Zionistische Palästina- Ressort, dessen Palästina-Amt, die Vereine Bezalel und ölbaumspende, 'der Pflanzungsverein Palästina und der Hilfsverein der Deutschen Juden ihre offiziellen Berichte in PALÄSTINA veröffentlichen werden. Ferner bringt die Zeitschrift fortab von drei ständigen Mitarbeitern in Palästina, dauernd Originabeiträge, die Handel und Verkehr und überhaupt das ganze Leben in Stadt und Land umfassen sollen. Der Leitartikel des vorliegenden Heftes behandelt selbstverständlich das weitaus wichtigste Ereignis in fder ganzen zionistischen Politik, die Wie- ■derherstellung der Verfassung in der Türkei. Dr. Aron Sandler (Breslau) bringt zur Bekämpfung des Sumpffiebers die private Bildurig' von Moskito-Brigaden in Vorschlag. Über die Geflügelzucht in Palästina schreibt D. Olasmann (Odessa). Pastor A. Reuter (Meldorf in Holstein) gibt eine jüdische Liste der von den Talmudisten für heilig gehaltenen Stätten Palästinas aus dem Jahre 1765

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