Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1908-08-14 · 8 (14.8.1908) · p. Seite 64

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
8 (14.8.1908)
Date
1908-08-14
Page
Seite 64 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8295971-4781796-8238405--709-8190323
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

LITERATUXbLATT No. 8 61 nach Carsten Niebuhrs Reis#- beschreibung und׳ wünscht von sachkundiger Seite zu erfahren, ob es heute noch solche Verzeichnisse gibt, ob sie mit dem mitgeteilten übereinstimmen und inwieweit sie praktische Giltigkeit haben. Prof. Dr. F. Lohr (Wiesbaden) berichtet über die Ausgrabungen in Gezer. Zur systematisehen Palästina-Arb eit werden die Schulfragen behandelt und im An- Schluss daran noch weiteres über das Schulwerk des Hilfsvereins in Palästina gegeben. Beinahe /drollig imutet der Bericht über das am i. Juli 1908 in Jerusalem eröffnete italienische Postamt an. Das Gesetz betreffend die Osmanische Staatsangehörigkeit vom 19. Januar (6. Schawwäl) 1869 wird von Dr. jur. Bruno Tannenwald (Hamburg) mitgeteilt. Es folgt noch eine recht grosse Reihe von Mitteilungen aller Art, die fleissig zusammengetragen sind. Die Zeitschrift kostet im Reich, und in Österreich 2% Mark jährlich, im׳ Auslarifcle 3 Mark, durch die Redaktion Felix Theilihaber, München, Pettenkoferstr. 25.. Die nächste Nr. (8) erscheint als Bezalel-Sondernummer. Bienenhonig und Kunsthonig bei den alten Hebräern. Alle Ehre macht es den Hebräern des Alten Testaments, dass sie i— und mit Honig aus dem Felsen sättigen.“ Wenn dann die Sonne allzu heiss auf das Gestein niederschien, brachen wohl hie und da die allerdings noch nicht gedrahteten Waben zusammen und der Honig floss heraus. 1. Samuelis 14,25: ״Es war aber Honig auf dem Erdboden. Und als das Volk hineinkam in den Wald, siehe da floss der Honig.“ Wer dächte dabei nicht an die schöne, von Moses an durch alle Propheten hindurchgehende Bezeichnung Palästinas als des Landes, ״da Milch und Honig fliesst.“ 1 (2,. Mose 3,8.) Man behauptet allerdings in neuerer Zeit (so Schneller in seinem Buche ״Kennst du das Land?“) es handele sich bei dieser die Fruchtbarkeit Kanaas preisenden Redewendung nicht um Bienenhonig, sondern um — Kunsthonig! Ja Rabbi Ben Akiba, oder vielmehr Prediger Salomo 1,9: ״Es geschieht nichts Neues unter der Sonne!“ Unbestreitbar ist, dass wie Fürst (Hebräisches und chaldäisches Handwörterbuch) nachweist, die Juden mit ״debäsch“, gerade wie die Deutschen mit ״Honig“, zweierlei ganz verschiedene Dinge bezeichneten, einmal eben das Erzeugnis der Bienen, dann aber auch den aus Weintrauben bis zur Dicke des Sirups eingekochten Most, mit dem ein schwunghafter Handel getrieben wurde. Wenn z. B. die Söhne Jakobs (1. Mose 43,11) dem mächtigen im Gegensatz zu den modernen Juristen — die Bienen zu den Haustieren rechneten, wenigstens kann man das aus der Stelle der Bibel schliessen, die von Lebensmitteln berichtet; dort ist nämlich ״wilder Honig“ genannt. Eine solche Bezeichnung erlaubt gewiss den Schluss, dass man neben den wilden Feld-, Wald- und Wüstenbienen auch zahme Hausbienen kannte. Die Wüstenbienen mussten freilich •oft mit recht sonderbaren Dingen als Wohnung vorlieb nehmen; Richter 14,8 wird erzählt, dass ein Schwarm seine Waben sogar in dem Skelett des von Simson erwürgten | Löwen erbaut hatte. Besonders gern j scheinen die Schwärme in Felsspalten sich niedergelassen zu haben, vergleiche Psalm 81,17: ״Und ich würde sie mit dem besten Weizen, speisen Joseph in Aegypten Geschenke, ״von des Landes besten Früchten“ mitbrngen, nämlich ausser ״Balsamwürze. Myrrhen, Datteln und Mandein“, auch ״debäsch“, so werden wir nicht an Naturhonig, sondern an jenen Kunsthonig zu denken haben, der auch heute noch ein Hauptartikel der Ausfuhr aus Hebron nach Aegypten ist unfcf von den Arabern ״dibs“ genannt wird. Paris. Die Pariser ״Academi e des Inscriptions et Beiles- LettFes“ hat ihren diesjährigen Preis für das beste Werküb er den Orient dem jüdischen Gelehrten Moise Schwab für seine Arbeit ״Hebräische Inschriften in Spanien“ verliehen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.