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Jüdische Rundschau · 1908-08-14 · 8 (14.8.1908) · p. Seite 60

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
8 (14.8.1908)
Date
1908-08-14
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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60 No. 8 LITERATURBLATT im Gemeindeleben und Gotteshause unnachsichtlich abzustellen. Die geregelte Verwaltung der Gemeinde, die bis dahin in keiner Weise existierte, ist Heymanns Werk, ebenso wie seine ausge!- dehnte und geradezu fürstliche Wohltätigkeilt das Beispiel gab, den Grundstock der wohltätigen Einrichtungen der Gemeinde zu schaffen. Dabei war er von der grossen Bedeutung durchdrungen, die d:e Berliner Gemeinde durch ihr schnelles Anwachsen für die ganze deutsche Judenschaft haben müsse, wenn er auch natürlich nicht ahnen konnte, dass kaum sechzig Jahre später der vierte Tel aller deutschen Juden!in Gross-Berlin wohnen würde. Das Resultat der langwierigen Verhandlungen war schliesslich, dass unter dem freudigen Beifall der Reformgenossen auf das alte General-Judenpriviieg vom Jahre 1750 zurückgegriffen werden musste und erne neue Wahl stattfand. Nach den Bestimmungen des Privilegs gab das Los die sieben Wähler an, dfe am 11. April 1851 einen Vorstand wählten, der am 19. Juni! 1851 durch das Polizeipräsidium bestätigt wurde. Es war freilich derselbe Vorstand, nur war anstelle des Maior Meno Burg der Bankier Bleichröder getreten. (Wird fortgesetzt.) Literatur bericht Zionistisches A-B-C-Buch, Herausgegeben mit Unterstützung zahlreicher sachverständiger Mitarbeiter von der Zionistischen Vereinigung' für Deutschland. Verlag: Zionistisches Zentralbureau, Berlin-Charlottenbürg 1908. Das jüngst erschienene Zionistische A-B-C-Buch kann mit Recht behaupten das zu halten, was es in der Einleitung zu geben verspricht. Es ist sein unumstrittenes Verdienst, zuerst, man kann wohl sagen als zionistische Enzyklopädie, alle in Frage stehenden Themata angeschnitten und in dem Rahmen eines kleinen Kompendiums besprochen zu haben; natürlich haften ihm auch andrerseits alle Mängel an, wie sie einem solchen Handbuch anhaften müssen, das als erstes ein weites Gebiet zu umfassen versucht. — Es soll bei dieser Anzeige nicht meine Absicht sein, auf alle Artikel einzugehen und ihre Vorzüge und Mängel aufzuzeigen; ich müsste sonst so manche zu optimistische Auffassung, so manchen historischprimitiven Begriff kritisieren; das glaube ich aber mit um so mehr Recht unterlassen zu dürfen, als am Ende der einzelnen Artikel nicht einmal die Namen der Verfasser angegeben sind. Und damit wäre ich bei dem ersten Versehen in der redaktionellen Arbeit angelangt. Dass derartige Fehler vorhanden sind, ist bei einem ersten Versuche selbstverständlich, sie liegen zum grössten Teil in der nicht vollkommen einheitlichen Disposition, darin dass der für sie aufgewendete Raum nicht immer der Wichtigkeit der einzelnen Themata entspricht, manches, zu entbehren wäre, anderes leider ganz vermisst wird. Das A-B-C-Buch sollte denjenigen, die sich zu unterrichten wünschen,

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