Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 5 (22.5.1908)
- Date
- 1908-05-22
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 LITERATURBLATT X anderes Judentum als ein nationales eine Zukunft haben kann —- diiese Wahrheit schreibt er unwiderstehlich in die Herzen. Und die Sache erzwingt sich ihre Form: Eine warme, persönlich anredende Sprache, zuweilen fast ein verborgener Dialog, fast ein Brief — es will und kann nur so zu jedem Einzelnen sprechen. Wem können w!ir dieses Buch in die Hand geben? ״Den Starken und Edlen des jüdischen Volkes.“ Wo 1i.hr, sie findet: ob in unserem Lager oder ungewiss mit sich selbst ringend oder durch Erziehung und Gewohnheit im Lager unserer Gegner — gebt ihnen dieses Buch in die Hand. Wer überhaupt noch erweckt werden kann für die Grösse eiVier jüdischen Zukunft, für den kann dieses Buch ein Weckruf sein. Literaturbericht Phönikische Sprachlehre und Epigraphik. Für das Selbststudium leichtfasslich und übersichtlich dargestellt von J. Rosenberg. Mit 4 Schrifttafeln. 12 Bogen, 8°, gebunden 2 Kr. 20 H. 2 Mk. Wien und Leipzig, A. Marlebens Verlag. Bibliothek der Sprachenkunde. (Die Kunst der Polyglotti.) 92. Teil. Der Hartlebensche Verlag, der bereits verschiedene Schriften auch auf semitistischem Gebiete veröffentlicht hat, die; das Verdienst haben, wissenschaftliche Kenntnisse in elementarer Form einem gebildeten Laienpublikum zu vermitteln, hat mit der Herausgabe der Rosenbergschen Phönikischen Sprachlehre einen guten Griff getan. Hier ist dem Studenten, der der hebräischen Sprache mehr oder minder mächtig ist, die Gelegenheit־ geboten, sich einen ersten Einblick in das kleine aber überaus wichtige phönikische Wissenschaftsgebiet zu verschaffen. Wir wollen hier nicht mit dem Autor darüber rechten, dass er die Identität des Hebräischen und Phönikischen und ihre verhältnismässig geringen Abweichungen noch schärfer hätte hierausarbeiten können, oder darüber, dass die Wiedergabe des Punischien durch die mangelhafte Transskription der Römer und Griechen zu einem falschen Lautbilde führen muss, denn dariin steht Rosenberg keinswegs allein, sondern mitten in den Reihen der besten Kenner und Bearbeiter des Kanaanäischen, sondern gern anerkennen, dass in der Hartlebenschen Sammlung wenige Arbeiten sind, die sich mit der vorliegenden an Wissenschaftlichkeit und zugleich, an leicht fasslicher und übersichtlicher Darstellung messen können. Die gute Ausstattung, die in keiner Weise etwas zu: wünschen übrig lässt, wäre nicht nötig zu erwähnen, wenn nicht der billige Preis dies besonders bemerkenswert machen würde. hl. Golus. Novellen und Skizzen aus dem Jüdischen Leben. Von David Rothblum. Brünn: Jüdischer Buch- und Kunstverlag (Inhaber: Max Hickl). 1908. 121 S. 8°. In Rothblum tritt uns ein ausserordentlich befähigter Dichter aus dem Ghetto entgegen. Er ist kein wortgewaltiger Schriftsteller, bei dem in schönen Worten wenig gesagt wird.• Er weiss im Gegenteil mit der Sprache zu geizen. Dagegen ist er nicht sparsam mit Gedanken und dem Erzeugnis seiner schaffenden Phantasie. Es ist darin Vieles, das uns Nordländern wegen des Milieus und noch' mehr wegen der doch hier versteckten Mystik fremd bleibt. Dazu kommt, dass man dem Buche anmerkt, dass der Autor im Dialekt zu Hause ist und dass die deutsche Schriftsprache ihm nicht gelenkig von der Feder geht, auch haben sich direkte Sprachfehler eingeschlichen. Und alles in allem ist doch eine