Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 4 (15.4.1908)
- Date
- 1908-04-15
- Page
- Seite 31 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No.4 LITERATURBLATT 31 2. Homiletische Übungen, 2 Stunden, Freitags 8—10 Uhr. Dr. Yahuda wird lesen: 1. Das Buch Hiob (Schluss), 2 Std., Montags und Freitags 10—11 Uhr. 2. Die Bücher der Könige mit Quellenuntersuchungen unter Heranziehung der Bücher der Chronik nebst historischen Exkursen über dite Nachbarvölker Israels(Schl'uss), 3Stunden, Montags, Dienstags und Freitags 11—12 Uhr. 3. Hebräische Syntax mit stilistischen Übungen, 3 Stunden, Montags, Dienstags und Freitags 12—1 Uhr. 4. Ausgewählte weltliche Gedichte von Qabriol, Jeh. Halevi und Abraham Ibn Ezra, 1 Stunde, Dienstags 10—11 Uhr. 5. AltarabischeGedichte(privatissime), 2 Stunden, Mittwochs 8—10 Uhr abends. Dr. Freund wird lesen: 1. Der jüdische Religionsunterricht in Preüssen, 1 mal wöchentlich. 2. Das Recht der Synagogengemeinden in Preüssen, 1 mal wöchentlich (in noch zu bestimmenden Stunden). Dr. Schlössinger wird lesen: 1. Die Bücher Ezra und Nehemia, mit historischen Exkursen, Dienstags und Freitags 8—9 Uhr. 2. Der Midrasch Genesis Rabba, übersetzt und erklärt, 2 Stunden, Montags u. Donnerstags 9—10 Uhr. Vorbereitungskurse im Hebräischen werden von den Herren Dr. Barol und Dr. Friedlaender in je 6 wöchentlichen Stunden in noch zu bestimmender Zeit gehalten. Die Eröffnung des Sommer-Semesters, bei der Herr Dr. Schlössinger seine Antrittsvorlesung halten wird, erfolgt Montag, den 27. April, 11 Uhr vormittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie die rite immatrikulierten Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrer - Kollegiums, Herrn Dr. E. Baneth, in seiner Wohnung (Rosenthaler Strasse 25) täglich 3—4 Uhr nachmittags, ausserdem am 27.. 28., 29. und 30. April, 12—1 Uhp nachm., im Sprechzimmer der Lehranstalt. Berlin, im April 1908. Das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Die Grabsteine des alten Frankfurter Ghetto. Ueber die Grabsteine des alten Frankfurter Judenfriedhofes handelte ein kunsthistorischer Vortrag des Herrn Dr. J. Hülsen. Es dürfte sich wohl weit und breit kein friedlicheres Stückchen Erde finden als der alte Gottesacker an der Börnestrasse. Die Anlage des Friedhofes ist bekanntlich älter als die Judengasse, denn bis zu den Geisselfahrten wohnten die Bekenner der beiden Religionen friedlich und einträchtig am Dome beieinander, wo auf dein Boden des jetzigen Archivgebäudes die älteste Synagoge stand. Erst Kaiser Friedrich III. befahl die Trennung und 1462 begannen die Frankfurter Juden ihr Ghetto zu beziehen, aus dem sie erst der Grossherzog von Frankfurt, Karl von Dalberg, 1810 erlöste. — Man zählt etwa siebentausend Grabsteine. welche sich auf dem kleinen Platze zusammendrängen, einige sind halb versunken, doch auf einer Fläche von zwei Metern sieht man oft sechs Steine aus dem grünen Rasen aufragen. Der Jrund dieser gedrängten Gruppierungen ist der. dass man nach jüdischem Kulte ein Grab nicht unigraben darf, man fuhr daher neuen Grtfnd an für die folgenden Geschlechter und setzte stets die alten Steine zu den neuen. Aus dieser Sitte ist uns hier ein trefflich kulturhistorisches Material erhalten geblieben, das von christlichen Handwerkern angefertigt, alle Formen seiner Zeit und in ihrer Ursprünglichkeit übermitteln. Die ältesten Steine stammen aus den Jahren 1270 und 1272, sie zeigen die übliche Form, den Halbkreis des Totenbrettes in romanischer Einfassung. Das Material ist Muchelkalk. der solche Widerstandskraft besitzt, dass man noch deutlich die Quadratsehr ift lesen kann. Achtzig Grabsteine fallen auf die Zeit von 1270 bis