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Jüdische Rundschau · 1908-04-15 · 4 (15.4.1908) · p. Seite 29

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
4 (15.4.1908)
Date
1908-04-15
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
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No. 4 LITERATURBLATT 29 wir jedem, der für die neuere Geistesgeschichte des jüdischen Volkes Interesse und Verständnis hat, aufs wärmste empfehlen. In dem Vorwort dankt der Verfasser auch für! Hilfe, die ihm durch die Benutzung der Jerusalemer Nationalbibliothek Chazanowiczischer Stiftung zuteil geworden ist. Wnn es sich dabei nicht bloss um eine Art von palästinischer Propaganda handelt, so müssen wir uns um so mehr von der Wichtigkeit der Sammlung des Dr. Chazanowicz überzeugen und können es nur» um so mehr bedauern, dass die Zionisten nicht den Wert und die Bedeutung der Sammlungen zu schätzen wissen, die der Stifter dem jüdischen Volke vermachen wollte. Ihre Schuld, nicht die des Dr. Chazanowicz ist es, wenn einmal statt dessen diese Bibliothek als eine immerhin interessante Privatbibliothek eines Jerusalemer Vereins enden wird und die Gründung einer Nationalbibliothek erst notwendig macht. H. L . . . e. Erlösung. Ein Programm gedieht an die Juden von einem Juden. Broschiert 60 Pf. Verlag: Bruno Vogler, Verlagsbuchhandlung in Leipzig-Gohlis. Wir sind erstaunt, dass man für ein solches kleines Gedichtchen, dessen poetischer Wert mindestens sehr gering ist, einen Preis von 60 Pf. ansetzen kann. Denn das Vernünftigste am ganzen Buche ist der Waschzettel, den der Verleger dem Rezensionsexemplar beigegeben hat. Wir können leider von ihm keinen Gebrauch machen, da er doch das Büchlein empfehlen soll, ein Unternehmen, dem wir uns nicht anschliessen können. Das Buch besteht aus 27 Strophen, die beinahe ebenso vielen Strofen für den armen Rezensenten sind. Weiht1 ihm' Euer Mitleid, freundliche Leser des LITERATURBLATTES. H. L. Geschichte der Juden in Deutschösterreich. Von der im Aufträge der historischen Kommission der israelitischen Kultusgemeinde in Wien im Angriff genommenen Publikation „Qu eilen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutschösterreich“ ist der von Dr. Arthur Goldmann bearbeitete erste Band unter dem Titel „Das Judenbuch der Scheffstrasse zu Wien“ soeben erschienen. Auf den interessanten Inhalt dieser Veröffentlichkeit wollen wir zurückkommen. Als zweiter Band der verdienstvollen Quellenpublikatiom ist die von Dr. Ignaz Schwarz bearbeitete Geschichte des Wiener Ghettos in der inneren Stadt (bis 1420) und in der Leopoldstadt (bis 1670) in Aussicht genommen und dürfte schon im Laufe des Sommers erscheinen. Die von Dr. Schwarz zu Tage geförderten, bisher unbekannt gewesenen archivalischen Daten werden die Geschichte der Wiener Judenstadt und ihrer Bewohner, die bisher noch keinen gründlichem Bearbeiter gefunden hat, zu einem interessanten Beitrag zur Wiener Lokalgeschichte gestalten. Notizen Ein jüdisches Technikum in Palästina. Unterstützt durch einehochherzige Zuwendung der Familie Wiss o t z k y ist es dem Hilfsverein gelungen, die erste finanzielle Grundlage fiir ein Jüdisches Technik u m in Palästina zu schaffen. Wie verlautet, soll ausser der Wissotzkyschen Spende in der Höhe von einer viertel Million Franken dem Hilfsverein noch ungefähr eine halbe Million für den gleichen Zweck zur Verfügung stehen. Wenngleich nun damit das Gesamterfordernis (das man mit einem zu investierenden Kapital von zwei Millionen Franken und einem jährlichen Budget von 100 000 Franken beziffern kann) noch lange nicht gedeckt ist, so kann man doch in diesem Falle mit Be-

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