Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 1 (21.2.1908)
- Date
- 1908-02-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 LITERATURBLATT dass wir' demnächst von ihm eine Gesamtübersetzung des Haiewischen Diwans zu erwarten haben. Auch die aus Löwensteins Abul-Hassan-Liedern hinzugekommenen Uebersetzungen sind eine Bereicherung des Buches. Wir wünschen ihm besten Erfolg und weiteste Verbreitung. hl. מבוא התפלה Übungsbuch: zur Einführung in das Uebersetzen des Gebetbuches. Erster und zweiter Teil. Bearb. von Rabbiner Dr. Cohn, Rawitsch. Breslau: Jakob B. Brandeis. 1907. (139 S. 8. Preis geb. 1.20 Mark. Cohn hat uns für die ersten beiden Unterrichtsjahre eine vorzügliche Vorarbeit für die Uebersetzung des eigentlichen Gebetbuches geliefert. Da steckt Methode darin, die von pädagogischem Talent und Verständnis zeugt. Das vorzüglich gedruckte Buch mit seiner grossen und klaren Schrift leitet vom Leichten zum! Schweren über und wird den Weg in die jüdischen Schulen als gute Unterlage für den Unterricht von selbst finden. Es bedarf keiner Empfehlung, da es sich selbst empfiehlt. Mord. Notizen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. In der Aula der Knabenschule der jüdischen Gemeinde tagte am 23. Dezember vor. Js. die General- Versammlung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Der Vorsitzende, Prof. Dr. Philippson, konstatierte bei Beginn der Versammlung an der Hand des Jahresberichtes das äussere und innere Erstarken der Gesellschaft, wie es in der stets wachsenden Zahl der Mitglieder sowie in den verdienstvollen Publikationen der Gesellschaft zum Ausdruck kommt, betonte aber auch die Notwendigkeit der Beschälfung weiterer Hilfsmittel, wenn die Gesellschaft ihren eigentlichen Aufgaben, der Förderung Wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiete jüdischer Forschung gerecht werden solle. Die Versammlung erteilte sodann dem aus seinem Amte scheidenden Schatzmeister, Herrn Stadtrat J. Landsberget־ - Glogau, zu dessen Ehren sie sich von ihren Sitzen erhob, die beantrage Decliarge, wählte den bisherigen Ausschuss wieder und die Herren Dr. Max Ginsberg und Max Beer zu Revisoren. In dem nun folgenden Vortrag entwickelte Herr Rabbiner Dr. P o r g e s ein äusserst interessantes Bild des nordfranzösischen Bibelexegeten Joseph Bechor Schor, den er einen der selbständigsten und scharfsinnigsten Bibelerklärer nannte. Er war grundsätzlicher ׳Vertreter des Peschat und verfolgte mit seinem Kommentar vorwiegend praktische Zwecke. So wurde er ein Meister jüdischer Apologetik und Polemik, aber als gelehriger Schüler der Tosafisten trug er in dem unbegrenzten Bestreben, Widersprüche zwischen einzelnen Bibelstellen auszugleichen, den Keim des Verfalls in die französische Bibelexegese. Hervorzuheben ' ist bei Josef Bechor Schor sein über- , raschender ״Freisinn‘־, der offenbar j aus seinem Bestreben, Glauben und , Denken zu vereinen, hervorgeht. Indem der .Vortragende zum Schluss j nochmals auf die Bedeutung des Exe-;geten als Apologeten des Judentums! hinwies, der eine Auseinandersetzung mit der ׳christlichen Bibelauslegung : nicht gescheut, vielmehr für seine! Pflicht gehalten habe, zeigte er die | Aufgaben,' welche dem modernen! Judentum erwachsen und zu deren! Lösung in erster Linie die Gesell-! Schaft zur Förderung der Wissen- | Schaft des Judentums berufen sei: j auf wissenschaftlicher Grundlage | eine wirksame, zeitgemässe Apoloj getik zu schaffen und zu den Resulj taten der modernen Bibelforschung | Stellung zu nehmen. Vielseitiger, sich ' stets׳ wiederholender Beifall belohnte : den Redner. Der nun folgende Vor- 1trag des Herrn Dr. Jul. Gutt-, mann- Breslau ging aus von einer