Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 1 (21.2.1908)
- Date
- 1908-02-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 LITERATURBLATT No. 1 aus dem Rahmen der biblischen Altertumsforschung. Aber Qezer ist keineswegs der einzige Ort Palästinas, dessen charakteristisch geformte Schuttbiigel Sprache zu gewinnen vermögen. Die Engländer haben mit ihren reichen Mitteln bereits zuvor andere Hügel in der Philisterebene erschlossen, und die Deutschen und die Österreicher haben in der Jesreel-Ebene das alte Megiddo und das kananitische Thaanach wieder ausgegraben. Die Jesreel-Ebene ist ja überhaupt für die älteste Geschichte Palästinas wohl der wichtigste Teil des ganzen Landes, und zahlreich ragen noch heute an ihrem Rande die Zeugen jener alten Zeit, die grossen und kleinen Schutthügel, in den unverkennbaren Formen künstlicher Aufschüttung. Sie schlummern, aber ihr Inneres birgt die Spuren der ältesten Kultur Palästinas und lässt sich von Hacke und Spaten zu neuem Leben wecken. Es ist nur schade, dass bei uns in Deutschland das Interesse an der biblischen Altertumsforschung so ungleich geringer ist als in England, und dass daher der „Deutsche Verein zur Erforschung Palästinas“, trotz seiner jahrzehntealten grossen Verdienste um Bibehvissenschait und Palästinakunde sich zurzeit durch finanzielle Schwierigkeiten an weiteren wissenschaftlichen Unternehmungen grossen Stils gehemmt sieht, welche doch die Sammelwut der Touristen und der Geschäftssinn der Eingeborenen gebieterisch fordert.*) Denn „wenn Palästina jetzt nicht wissenschaftlich erforscht wird, so kann es später niemals recht erforscht werden. Jeden Tag werden jetzt Blätter aus dem Buch der Geschichte herausgerissen („Antika“), vor alters im Lande beschrieben und auf den Monumenten verzeichnet, herausgerissen und beseitigt, von niemandem jemals recht gelesen und verstanden worden, auch bis ans Ende der Welt durch nichts anderes ersetzt werden können“ (Macalister). Eberhard-Zarrentin. *) Der Jahresbeitrag beläuft sich auf 15 Mark. Für denselben erhält man die ZEITSCHRIFT und die regelmässigen MITTEILUNGEN UND NACHRICHTEN des Vereins postfrei zugestellt. Anmeldungen nimmt der Verlag von K. Baedecker in Leipzig entgegen. Lite^aturbericht Diva n d e s Jehuda Halevi. Eine Auswahl in deutschen Uebertragungeri von S. Heller, Abr. Geiger, Michael Sachs, S. Kristeller, B. Löwenstein. S. .1. Kämpf. M. Steinschneider, M. Rappoport. A. Sulzbach, M. Lewin, E. Cohn u. a. Herausgegeben von G u s t a v Karpeles. 2. Auflage. Leipzig: M. Kauffmann 1907. (180 S.) 8. (F.) Der Diwan Jehuda Halewis wurde von Karpeles in Uebersetzungen bereits im Jahre 1893 gesammelt und herausgegeben. Die Uebersetzungen waren recht verschiedenartig und neben ausgezeichneten Uebersetzungen Steinschneider empfindungslose und hölzerne Uebentragungen. Die neue Sammlung ist bedeutend vermehrt und erweitert und verdient alles Lob. Zum ersten Male finden wir auch von -dem spracheewaltigen Emil Cohn Uebersetzungen darin und zugleich die verheissungsvolle Ankündigung.