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Jüdische Rundschau · 1908-02-21 · 1 (21.2.1908) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
IV (1908)
Issue
1 (21.2.1908)
Date
1908-02-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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SSagy'sgfrg» ■ No. 1 LITERATURßLATT kananitische Heiligtum, das den durch die israelitischen Propheten bis aufs Blut bekämpften „Höhendienst“ der Bibel illustriert. Zu diesem Höhenheiligtum' gehörten nach dem Befund von Qezer vor allem die Masseben, hier acht an der Zahl bis zu einer Höhe von 3,27 m; ferner die steinerne Aschera.h, der heilige Holzpfahl, der die weibliche Gottheit darstellt oder versinnbildlicht; dann der Altar, das Waschbecken und die Opfer- oder Orakelhöhle. An Opfern lassen sich die Formen des Erstgeburtsopfers, des Bauopfers und des Totenopfers belegen. Zahlreiche Skarabäen in den Gräbern weisen auf die Einflüsse des nahen Aegyptens. Als Metall (tritt in den Schmuckgegenständen Bronze auf, während die meisten Werkzeuge noch aus Feuerstein gefertigt sind. Die Töpferei zeigt einen bedeutenden Fortschritt in der Anfertigung und Ornamentierung der Gefässe. Es folgt mit der fünften und' sechsten Bauschicht die spärtere semitische oder israelitische Zeit. Der ägyptische und auch mykenische Einfluss der vorigen Periode siebenten Kulturschichit. das herrschende Metall. Aus dieser Zeit, wahrscheinlich aus den Jahren 649 und 647, stammt der Keilschriftfund, der sich, wenn sein Inhalt auch nicjht gleich bedeutsam ist, als zweiter zu den von dem Wiener Professor Sellin in Ta’annek gefundenen keilinschriftlichen Tontafeln gesellt. Bau- oder Fundamentopfer kommen noch vor, obwohl das Menschenopfer sonst zurücktritt. Die Astartestatuette findet sich noch in Häusern und Gräbern. Zum Begräbnis dienen in dieser, wie überhaupt in der semitischen Zeit natürliche Höhlen. Auch die Technik ist nicht weiter entwickelt als in der kananitische» Periode und steht auf deren Schultern. Dagegen weisst die nachexilische, .griechische Zeit, die durch die letzte Schicht dargestellt wird, erhebliche Fortschritte und ganz neue Einflüsse auf. Der Häuserbau wird viel sorgfältiger; wir finden sogar Badeanlagen aus Kalksteinziegeln und Bogenkoustruktionen. Das interessanteste Ergebnis dieser Grabung ist die Auffindung der Burg des Freiheitshelden Simon Makkabäus (1. Makk. 13, 48), an deren Echtheit infolge einer Inschrift — auf einem Baustein ist ein Fluch über „Simons Palast“ gekritzelt — nicht zu zweifeln ist. Die Töpferei zeigt graziöse Formen nach griechischen Mustern, der Verkehr mit dem Auslande lässt sich überhaupt durch zahlreiche Funde belegen. Für die Toten hat man eigene Nekropolen an den Hängen der Hügel; die Grabkammern sind kunstvoll ausgehauen, oft mit Vorhof und monumentalem Ueberhau; jede Kammer birgt in der Regel neue Schiebegräber, drei an der Seite, während die Front frei bleibt. Damit ist die Geschichte des Hiigelriickens von Gezer erschöpft. In der griechischen Zeit sinkt die alte Stadt in Trümmer, und unter der Herrschaft der Römer siedelt sich die Bevölkerung auf einer anderen Stelle des Hügels an, deren Lage dem heutigen Fellachendorfe Abu Schusche entspricht. Diese Geschichte von Neu-Gezer durch die Zeiten der Römer, der Araber, der Kreuzfahrer und wieder .der Araber zu verfolgen, fällt

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