Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- IV (1908)
- Issue
- 1 (21.2.1908)
- Date
- 1908-02-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 LITERATURBLATT 3 der Name des Germanisten Sievers ist deshalb für die gelehrte Forschung auf diesem Gebiete von Bedeutung, weil man sieht, wie kurze Zeit man sich mit dem Hebräischen beschäftigt zu haben brauch^ um in einer so überaus wichtigen Frage mitreden zu dürfen. Die Umwälzung, die Sievers bei einem Teile der Mitforscher hervorzurufen vermochte, beweist nicht seine eigene Grösse als vielmehr die Kleinheit derer, die ihm folgten. Hätten sie die hebräische Sprache nicht bloss zu konjugieren gelernt sondern wären sie in den Geist der hebräischen Sprache fühlend eingedrungen, so wären sie zu demselben kühlen Zurückweisen falscher Konstruktionen auf metrischem Gebiet gekommen, wie sie bei Budde vorliegt. In dem Streite, der um Bibel und Babel entfesselt wurde, hat man in begreiflichem Eifer für die neugefundenen wissenschaftlichen Probleme, die mehr noch als Resultate dem Boden Babyloniens entstiegen, die Grösse babylonischer Kultur überschätzt, und geglaubt, dass der Nimbus des auserwählten Volkes ein unrechtmässiges Eigentum darstelle. Aber die hebräische Literatur und Kultur ist im vorder asiatischen Milieu, an dem das Hebräertum vollen Anteil hatte, selbstständig aus eigener Geisterarbeit zu der Eigenart erwachsen, die dem Stamme den festen Halt gegeben hat für die Dauer menschlicher Entwicklung. Wie Budde das empfindet, ersieht man aus dem Schlussatze seines Kapitels: „Das ist die jugendfrische, hoffnungsfreudige Weltanschauung der alten jüdischen Quelle J, getragen von der Begeisterung für das junge Königstum, dem ihre erste Arbeit gegolten hatte. Ihresgleichen ist im ganzen Orient nicht zu finden, auch nicht unter der überwältigenden Fülle der Schriftdenkmäler des alten Babylonien und Assyrien, die de*' Erdboden uns aus seinem treuen Gewahrsam wiedergeschenkt hat. Man hüte sich, in hochmütiger Ueberschätzung des dort Gewonnenen den alten Besitz, der uns hier geboten wird, mutwillig zu entwerten.“ Die Buddesche Geschichte der althebräischen Literatur dürfte sich in vorurteilsfreien Kreisen einen weiten Platz erwerben. H. Sachse. Streiflichter zur Kulturgeschichte einer altpalästinischen Stadt In seinem jüngst erschienenen trefflichen „P a 1 ä s t i n a - H a n d - b u c h“ (I, Berlin, Louis Lamm, 2 M. S. 160 u. 158, Anm. l) führt Davis T r i e t s c h unter den „hauptsächlichsten jüdisch-historischen und traditionellen Orten“ an erster Stelle die Ruinen und Ausgrabungen von Gezer bei Jaffa auf; und in der Tat nehmen diese Ausgrabungen des englischen