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Jüdische Rundschau · 1907-12-20 · 19/20 (20.12.1907) · p. Seite 165

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
19/20 (20.12.1907)
Date
1907-12-20
Page
Seite 165 (sequence 13)
Language
German
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No. 19/20 literaturblatt 105 Oberpriester, und seine Genossen, die Priester in Jerusalem, und an seinen Bruder Ostan, d. i. Anani und die Aeltesten der Juden. Eine Antwort haben sie uns nicht geschickt.“ Weiter heisst es in Zeile 29: ״Auch haben wir insgesamt über die Angelegenheiten in einem Briefe in unserm Namen dem Delajah und dem Sehe.lemjah, den Söhnen des Sanaballat, des Statthalters von Samaria, Nachricht gegeben. Auch hat Arsam von all dem. was man uns angetan hat, keine Kennntnis gehabt.“ Nach Papyrus III. verweisen Bagohi und Delaijali die Boten Jedonjahs an Arsam in Egypten. Sachau nimmt an, dieser sei erst in der Zeit zwischen dem Abgang und der Rückkehr des Boten nach Egypten zurückgekommen. Auch wenn man diese Annahme gelten lässt, erscheint die weitere Vermutung ansprechend, dass die jüdischen Priester Elephantines sich über Arsam hinweg an die persischen Statthalter in Judäa und Samaria und den Hohen- Priester in Jerusalem wandten, weil alle drei Juden und zum Teil mit einander verwandt waren. Beides bewiesen zu haben, ist eben ein Hauptverdienst Sachaus. Dass Bagohi, den Josephus (Jiid. Altert. XI, 7) Bagoa nennt, später Jehohanans Feind war, w.eil dieser Bagoas’ Günstling, Jehohanans Bruder Jesus, im Tempel zu Jerusalem erstochen hatte, widerspricht der Annahme ebensowenig, wie dass Sanaballat von Samaria früher Nehemias Feind bei der Wiederaufrichtung der jüdischen Gemeinde in Jerusalem gewesen war. Wahrscheinlich gehört Bagohi zum Geschlechte des Bigwai, des Hauptes eines aus der babylonischen Gefangen- Schaft zurückkehrenden jüdischen Stammes. Dass der Name dem Persisehen angeglichen ist, nimmt nicht wunder. Führt doch Jehohanans Bruder Anani neben diesem seinem jüdischen Namen noch geradezu einen persischen. — Wir sehen, welche Wichtigkeit das von Rubensohn an der nubischen Grenze aufgedeckte jüdische Archiv für die, bliblische Geschichte gewinnt. Die Sprache der Urkunden ist nach Sachau in allen wesentlichen Teilen gleich der der aramäischen in den Büchern Esra und Daniel, und ihr Wortschatz bietet nahe Berührungen mit der der amtlichen Urkunden im Esrabuche. Sie handeln von dem Wiederaufbau eines zerstörten Tempels, wie alle Urkunden bei Esra von dem Wiederaufbau des Tempels und der Stadtmauern Jerusalems handeln. Hoffen wir, dass Dr. Rubensohn die Mittel zu weiteren Ausgrabungen zur Verfügung gestellt werden! Neuerliche jüdische Katakombenfunde. In der letzen Sitzung der Academia Romana di Archäologia erstattete Professor Marucchi den Bericht über die neuesten Ausgrabungen jüdischer Katakomben in Rom. Die ersten Funde jüdischer Katakomben hat im Jahre 1602 der berühmte Archäo.log Antonio Bosio auf den Hügeln von der Monteverde, unweit der jetzigen Eisenbahnstation Trastevere gemacht. Bosio hat hierüber in seinem bekannten Werke ״Roma Subterranea“ ausführ,lieh berichtet. Diese Fundstelle geriet später in Vergessenheit und mehrere Versuche, zuletzt durch die Archäologen Marchi und De Rossi, sie wieder aufzudecken, blieben erfolglos. Vor zwei Jahren nun ist man während des Weinbaues zufällig wieder auf sie gestossen. Bei dieser Gelegenheit wurden nicht weit von der bezeichneten Stelle mehrere Gerätschaften, wi erömische Leuchter, Glasstücke, Elfenbeinschnitzereien, Ringe, Amulette, die Schaufel eines Totengräbers, mit Aufschriften versehene Grabsteine etc. gefunden. Hierauf wurden die Grabungen unter fachmännischer Aufsicht systematisch fortgesetzt. ' Nach dem Berichte des Professors Marucchi befinden sich diese neuesten Funde in sehr vernachlässigtem Zu- Stande, sodass eigentlich nichts anderes geblieben ist, als die geschriebenen Grabsteine, welche in einer eigenen Abteilung des Lateranischen Museums eingemauert werden. Die Inschriften der meisten Grabsteine sind in griechischer Sprache gehalten, über die Aufschrift ist zumeist die siebenarmige Menorah oder irgend ein anderes jüdisches Symbol eingestochen..

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