Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 19/20 (20.12.1907)
- Date
- 1907-12-20
- Page
- Seite 161 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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N0. 19/20 LITERATURBLATT 161 Erwähnt seien ferner die Samaritaner (arabisch:: samire), der letzte ,dem Aussterben nahe Ueberrest der Samariter der Bibel, in Nabulus (Sichern!). In den alten muhammedanischen Scheriatbüchern werden sie, neben den Christen und Juden, ausdrücklich als Kitabi’s (Völker mit einer geschriebenen Offenbarung) anerkannt, weshalb ihnen der Schutz der Zimmi’s zugesprochen wird. Nach altem Herkommen werden sie von der türkischen Regierung geduldet; ihre Vorsteher wurden wohl nie durch: besonderen Akt anerkannt. Schliesslich sei noch beigefügt, dass im Koran unter den Kitabi's die religiöse Gemeinschaft der Sabier aufgeführt wird. Unter diesem Namen finden die in der Zahl von einigen tausend Mitgliedern verschiedene Ortsphaften Siidbabyloniens bewohnenden und einen korrumpierten chaldäisch-aramäischn Dialekt sprechenden M a 11 d ä e r oder S a b b a'l bis auf den heutigen Tag die Duldung der türkischen Regierung. Da in ihrem Ritus die Taufe eine hervorragende Rolle spielt, glaubten die katholischen Missionare des 17. Jahrhunderts, in ihnen die aus der altchristlichen Kirchengeschichte bekannten .1 011 ׳ a n 11 e s - C h r i s t e 11 oder Homerobaptisten wiedergefunden zu haben. Ihr Glaube ist aber ein so wunderbares Gemisch von alt-babylonischem Gestirndienst. Parsismus, Manichäismus und jüdisch-christlicher Gnosis mit direkt juden- und Christenfeindlicher Tendenz, dass diese Identifizierung als ein Irrtum betrachtet werden muss. Literaturbericht, Schema] a. Ein zionistisches Bild. Von D r. O. D. Tyrka. Dresden-Blasewitz: Hof-Verlag von R. Grumbkow, 1907. (90 S.) 8. Zu der grossen politischen Literatur, die der Zionismus hervorgebracht und veranlasst hat, kommt nunmehr auch immer mehr die Belletristik, ganz abgesehen davon, dass die ganze moderne Renaissance ohne den politischen Zionismus undenkbar wäre. Auch die vorliegende kleine Skizze greift aus dem zionistischen Leben ein Bild heraus, das freilich an manchen Stellen und zum Teil in den Personen etwas verzeichnet ist. Das kommt davon, wenn man die lebensfrohen Chassidim, deren Prinzip ja die Gott preisende Lebensfreude ist, zu der ״finsteren Sekte der Chassidim“ (Seite 4) macht. Dahin gehört auch das Jüdischdeutsche in dem Bilde, das nirgends so gesprochen wird und an ein ״Taitsch mit Passachen“ allzu sehr erinnert. Der Schluss ist etwas zu sehr phantasiereich. Trotzdem liest sich die Skizze ganz gut, wenn sie auch keineswegs einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen geeignet ist. Aus Russlands Not und Hoffen. Von George Clelnow. Berlin: C. A. Schwetschke und Sohn, 1907. (VII, 319 S.) 8. Broschiert 5 Mark.