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Jüdische Rundschau · 1907-12-13 · 18 (13.12.1907) · p. Seite 148

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
18 (13.12.1907)
Date
1907-12-13
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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148 LITERATURBLATT No. 18 Des hochinteressanten Inhalts wegen hielt Verfasser es für angezeigt, die kompetente Bestätigung der Originalität des erwähnten Autog-rafums einzuholen. Der hochverehrte Verr D1־._Ludwig August von Frankel, Sekretär und Archivar, Ritt!er des kgl. österr. Franz-Josef-Ordens! Inhaber noch mehrerer Orden und M e d a i'l 1 e 11 für Kunst und Wissenschaft, Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher und humanitären־ Vereine etc. etc. erteilte uns in gewohnter Güte die gewünschte Bestätigung, wie sie hier mitfolgt. Das Autografum lautet: 30. Mai 52. Um das Jahr 1849 wurde Horwitz zur Erzherzogin Maria Dorothea Wwe. des Erzherzogs Josef Palatin von Ungarn, berufen. Diese hohe Frau, eine Judenfreundin einerseits, eine Qönnerin und Beförd'eruung der hebr. Literatur andererseits, wollte die Bekanntschaft des Horwitz machen. Von dieser Stunde an war diese hohe Frau dem Horwitz sehr gewogen, er musste von Zeit zu Zeit bei ihr erscheinen, wo sie sich oft stundenlang mit ihm über Themata der, Wissenschaft unterhielt. Sehr oft äusserte sie gegen Horwitz ihre entschiedene Sympathie für das jüdische Volk, dass sie der vollen Hoffnung lebe, dass Israel ein e grosse Zukunft bevor stehe; dass es wieder in sein Erbe in Palästina eingesetzt wird, und der heilige Tempel wieder auf Zion prangen werde, dass es ihrer Meinung nach, Sache der hochgestellten, mit Reichtum gesegneten Männer in Israel wären, vor allem von der hohen Pforte den Grund und Boden Palästinas zu kaufen uws. Zu Ende des Jahres 1851 wurden mehrere hundert Familien isr. Religion von seiten der löbl. Polizei in Wien ausgewiesen; Horwitz begab sich zur Frau Erzherzogin und legte in sehr ergreifenden Worten das herbe Geschick dieser Familien, die in der rauhen Jahreszeit auswandern sollten, der hohen Frau mit der Bitte ans Flerz, sie wolle bei Sr. Majestät ihre mächtige, Fürsprache für diese unschuldigen, Unglückliehen Israeliten einlegen. Die Erzherzogin versprach dies mit aller Bereitwilligkeit tun zu'wollen, bezeichnete aber gleichzeitig Zeit und Stunde, wo sie hierüber mit Sr. Majestät sprechen wollte. Als Horwitz über diese genaue Bezeichnung der Stunde sein Befremden zu erkennen gab, sagte die Erzherzogin: ״Das tue ich darum, damit Sie um diese Stunde zu dem lieben Gott beten sollen, dass meine Fürsprache in Gnaden aufgenommen und berücksichtigt werden möge.*) *) Auf Wunsch des Herrn Rabb. Josef Natonek bestätige, dass diese mir vorgelegte Kopie mit dem von sei. Rabbiner Lazar Horwitz eigenhändig geschriebenen Originale vollkommen identisch ist. Die Notiz ist v.pm Herrn Rabbiner Horwitz zwar nicht unterschrieben, aber die Schrift- Züge,, desselben sind mir aus langjährigem amtlichen und persön Liehen Verkehr sehr wohl bekannt. * Wi;en:> 5. März 1866. . D1\ L. A. Frankel.

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