Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 18 (13.12.1907)
- Date
- 1907-12-13
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 18 LITER A T U R B L A T T 147 Von Seite 137 an gibt der Verfasser ״Historische Beweise §8* eine göttliche Providenz“. und verfolgt in diesem Sinne die jüdische Geschachte in ihrem Verlaufe seit der Zerstörung ihres Staates durh die Römer» um schliesslich in Moses Montefiore. ebenfalls die Beweise einer göttlichen Vorsehung zu erblicken, die diesen nationaljüdischen Mann gewissermassen dem jüdischen Volke geschickt hat. Dann fährt der Verfasser fbrt: Ein weiteres providentielles Moment in unserer Zeit bildet der Gemeingeist, dej־ in Israel zu herrschen beginnt. Der Schöpfer dieses Gemeingeistes ist die ״Alliance I s r a e 1 i t e Universelle“ in Paris. Schon der Gedanke an eine Alliance aller Israeliten ist eine providentielle Kundgebung. Die Mitglieder dieser ״Alliance“ verstanden auch diese Idee durch grossartige Schöpfungen zu verwirklichen. Die ״Alliance“ führt Kultur und Wissen bei den Israeliten im Orient ein, weckt deren Denkkiraft zur Selbsttätigkeit, damit sie durch eigenen Erwerb sich zu erhalten veruögen, und so dem »Israelitischen Volke zur Ehre gereichen, wodurch die materielle Lage der Israeliten im Orient verbessert wurde. Sie tritt mannhaft für die bedrohten Rechte der Israeliten in allen Weltteilen ein, und schafft ihnen Schutz und Sicherheit gegen gewaltsame Angriffe. Diesen providentiellen Bestrebungen schlossen sich die isr. Alliancen Wien, Berlin und Amsterdam an, welche den Israeliten in den fernsten Weltteilen Hilfe und Rettung bringen, und der Alliance in Paris noch Subsidiien leisten. Was aber am meisten als eine •Folge der Wirksamkeit der ״Alliance Israelite Universelle“ sich ergab, das ist ein neuer Geist, welcher in ganz Israel sich zeigt, besonders in der Liebe zu Palästina sich manifestiert. Die ״Alliance“ hat bereits durch Ankauf eines Bodenkomplexes bei Jaffa und Gründung einer Ackerbauschule fütr die israelitische Jugend! e i n Band herzustellen begonnen, welche ein Volk gemeinsam umfasst, das ist: ein Vaterland. Es ist nun an der Alliance, das zweite Band zu schaffen, welches Israel wie ehemals als Volk Zusammenhalten soll, nämlich: die heilige Mutterspracheשפת י^כרית (sefat ivris) zum Gemeingut aller Israeliten zu machen. Die Alliancen sind berufen, eine Ausgabe des mos.-prof.-hagiogr. Schrifttums zu veranlassen, deren Überset1:״r.g in mehreren Sprachen für alpe Israeliten gemeinschaftliche Geltung haben soll, durch übereinstimmende Erklärung der Gesetze und überhaupt des Gesamtinhaltes. Wir lassen hier eine historische Mitteilung folgen, die uns ein providentielles Momoent ganz eigentümlicher und höchst erfreulicher Matur offenbart. Der berühmte Gelehrte La ar Horwitz seligen Andenkens, weiland Rabbiner der isr. Kultusgemeinde in Wien, schrieb diese Notiz in Gegenwart des Verfassers nieder, und gab sie ihm behufs Veröfientlichung. Die an historischen Daten reichhaltige Biographie des Gelehrten Horwitz ist in mehreren Zeitschriften erschienen, aber diese hier folgende hoch interessante Notiz war bisher unbekannt, da nur Verfasser im Besitze des betreffenden Autogräfüms war.