Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1907-12-13 · 18 (13.12.1907) · p. Seite 149

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
18 (13.12.1907)
Date
1907-12-13
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/8295971-9046061-8238394--610-8190226
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

No. 18 LITERATURßLATT 149 Ein unverkennbar proovidentielles Moment bleibt es, wenn eine Erzherzogin, eine Beförderin der hebr. Literatur, sich für die nationale Zukunft Israels interessiert, seine nationale Wied e r g e b u r t mit Zuversicht ausspricht. Ein providentielles Ereignis ist es, wenn zahlreiche Familien, die dem herben Geschick ausgesetzt werden, in hilfloser Lage im Winter ihre Wohnstätte verlassen zu müssen und nur durch einen, von der göttlichen Providenz gesandten Engel Erzherzogin Maria Dorothea, errettet, vor Not und Elend bewahrt werden. Ein providentieller Moment ist es ferner, wenn eein Gelehrter, wie Lazar Horwitz, dessen hervorragender Charakter Bescheidenheit war, zu einer Erzherzogin berufen, und das edle Werkzeug wird zur Errettung Tausender isr. Seelen von unabsehbarem Elend! Wenn Mitglieder dieser Hunderter isr. Familien aus dieser Mitteilung ersehen, wer ihr unbekannter Retter aus der Bedrängnis des Jahres 1851 war, so werden sie für ihre erlauchte Retterin und Wohltäterin Dankgebete zu Gott entsenden.“ Literaturbericht Neue Israelitische Jugendbücherei ״Saran“. Belehrendes und Unterhakendes aus alter und neuer Zeit. Herausgegeben von J. Herzbe'r g. Moses Mendelssohn. Ein Lebensbild für die israelitische Jirgend von J. Herzberg. Leipzig. M. W. Kaufmann. Die Kaufmannsche Buchhandlung hat sich durch die Herausgabe dieses Buches unstreitig ein Verdienst erworben und hat durch gute Ausstatiung dafür gesorgt, dass das Büchlein sich zu einem Geschenkwerk für die Jugend.eignet, Dass Mendelssohn wiederum den ersten Band bildet, liegt in der eigenartigen Ueberschätzung dieses Mannes, von der das Buch keineswegs frei ist. Lauter Licht und gar kein Schatten. Das wäre kein künstlerisches Gemälde. Und Schatten ist vorhanden. Der mangelnde Sinn für das historisch Gewordene, für edlen Stammesstolz und das Fehlen jedes historischen Verständnisses sollte man auch ,.erwähnen, umsomehr als sie das Verständnis eröffnen für die Tatsache, dass sich Mendelssohns Nachkommen längst ins Taufwasser gerettet haben und wie die des anderen Mannes, der immer als das Vorbild der deutschen Juden hingestellt wird, Gabriel Riessers sämtlich getauft sind. Dass Mendelssohn nicht erst die Juden in die deutsche Kultur eingeführt hat, sollte dem Verfasser eigentlich nicht entgangen sein, wenn er auch nur das kritisch betrachtet hätte, was er selbst geschrieben hat. Ein grosser Teil der schlesischen Juden war ihm damit ein halber Jahrhundert vorangegangen und unter den', allerersten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.