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Jüdische Rundschau · 1907-12-13 · 18 (13.12.1907) · p. Seite 146

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
18 (13.12.1907)
Date
1907-12-13
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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LITERATÜRBLATT No. 1« 14# m dem Spinoza starb, und das Ohr des Lauschenden hört diesen Kampf noch aus den ehernen Sätzen des Denkers als fernes Gerätisch mitklingeini. Geboren!in!einer tiefbeweglten Epoche, die grosse Männer allerorten emporwachsen liess, an der eigentlichen Skfiwelle der Neuzeit, steht er uns nahe genug, um geistig erfasst werden zu können, und doch in einer so eigenartigen Umgebung, dass nur der visionäre Blick des Dichters uns einen Einblick in das whhre Leben Spinozas geben kann. Zweierlei also suchen wir vor allen in einem Roman Spinoza: Qas Verständnis für den Menschen durch seine Zeit■ und Umgebung einen Blick auf den Weg, den er zu der Höhe gegangen, auf f wir Talgeborenen ihn sehen. Die Schilderung der Zeit und der Menschen durch Hauser ist ein Meisterstück. Warm und lebendig flutet das siebzehnte J«fcrhundert hier um uns. Wir sehen die stolzen sephardischen Emigranten, die beweglichten,* spöttischen deutschen Juden, wir tBU einen Blick in die tüchtige Schaffenskraft des holländischen Kulturvolkes. Aber die Menschen, die uns Hausier vorführt, sind schematischen Typen, sondern lebendige, feingezeichnete Menschen. Wie prächtig ist der selbstdichterische, wohlwollende, auf seine Gelehrsamkeit und seinen schönen Bart etwas eitle Rabbi Mortaiza, der Führer der Amsterdamer Judengemeinde, gezeichnet! Schnell, in ergreifender Episode, zieht der durch blutigen Aberglauben von Weib und Kind verjagte deutsche Jude, eine Verkörperung seines Stammesschicksalls, an uns vorüber. Mit weniger sicheren Strichen finden wird ans ein Bild des damaligen Judentos gezeichnet, das nach Holland als einer Freistätte zusammenströmt, durch die Gesetze aus Spani'en und Portugal vertrieben,, durch furchtbare Verfolgungen aus dem einst gastlichen Polen gescheucht, unter schwerem Druck!in dem kampfzerrissenen Deutschland schmachtend. (Schluss folgt.) Zur Vorgeschichte des Zionismus Einen sehr interessanten Beitrag zur Vorgeschichte des Zionismus enthält ein Buch des Rabbiners Josef Natonek. den wir in unserer Vorgeschichte des Zionismus bereits wiederholt wegen seiner Tätigkeit im Dienste eines palästinischen Judenstaates bei der Alliance Israelite Universeile erwähnt haben. Das Buch führt den weitläufigen und in gewissem Sinne irreführenden Titel: Wissenschaftlich-Religion. Eine pro- und contra- Beleuchtung des Materialismus, Darwin, Hackel, Büchner etc. nach naturwissenschaftlichen Grundsätzen der mos. Entstehungsgeschichte, nebts historischer Beweisführung für eine waltende göttliche Vorsehung, und ersd&i'en Ende März 1876 zu Budapest.

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