Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 17 (15.11.1907)
- Date
- 1907-11-15
- Page
- Seite 143 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 17 LITERATURBLATT 143 UL i 1 tun. denn der Gouverneur Sannaballat wird auch in der Bibel erwähnt, während! sich der Name Bagohi in seiner griechischen Schreibart ״Bagoas“ in den Aufzeichnungen des Josephus findet. Fest steht heute jedenfalls, dass sich in Elephantine, und zwar an der Stelle der gegenwärtig betriebenen Ausgrabungen, ein jüdisches Bethaus erhoebn hat, dessen Reste stündlich blossgelegt werden können und in denen sich vielleicht unter anderem auch ein heiliges, für den Gottesdienst bestimmtes Buch finden dürfte, das eine Art Bibel aus dem Jahre 500 v. Chr. darstellte.“ Einfluss der Bibel auf die Kultur Englands. Der englische Gelehrte Dr. Jucker hat jüngst ein Buch veröffentlicht, worin nachgewiesen wird, welchen Einfluss die alten und modernen Literaturen der Welt auf die Entwicklung und Ausdehnung der englischen Literatur ausgeübt haben. Interessant sind die Bemerkungen, die der Autor macht hinsichtlich der literarischen Beziehungen zwischen der Bibel und der alten und modernen Literatur Englands. ״Die Hebräe r“, sagt er, ״haben mehr als alle Literaturen zusammen unsere Nationalliteratur beeinflusst. Der grossartige Stil der Bibel, ihre eigenartigen Bilder Und die schöne Form ihrer herrlichen Poesie haben von jeher den gefeiertsten englischen Schriftstellern zum nachahmenden Muster gedient. Wer die Werke der letzteren mit einiger Aufmerksamkeit liest, wird sicherlich vieles darin finden, was vom Geiste der hebräischen Bibel beseelt und durchhaucht ist.“ Eine neue Bibelausgabe. Unser Gesinnungsgenosse Maler E. M. L i 1 i e n arbeitet jetat in seinem Atelier zu Potsdam an der Illustrierung der Bibel, die in sechs grossen Bänden herausgegeben wird. Der erste Band wi'rd schon heuer im Dezember erscheinen. Lilien übernahm diese Arbeit auf Bestellung einer Stuttgarter Verlagsbuchhandlung, die ihm dafür 24 000 Madk Honorar bezahlt. ״ Die Königin von Saba. Bei den Herausgebern der JEWISH ENCYCLOPEDIA, Funk & Wagnalls Comp., in New York ist soeben die englische Uebersetzung eines interessanten abessinischen Manuskripts erschienen. Das Original dös Manuskripts befindet sich im Besitze des Kaisers Menelik, der behauptet, dass in diesem Dokument seine direkte Abstammung vom König Salamon historisch nachgewiesen sei. Das Manuskript stellt ein Fragment d'eir äthiopischen Chronikensammlung ״Rühm des Königs“ dar und enthält die Geschichte der Königin von Saba, ihre Reise nach dem Königshöf Salo•- mons, die Geburt ihres Sohnes und dessen spätere Reise nach Jerusalem. Die Handschrift beschreibt dann, wie die Gesetzestafeln durch die Freunde des jungen äthiopischen Prinzen gestohlen und an einen verborgenen Platz gebracht wurden, wo sie jetzt noch von den Aethiopiern verehrt würden. Die Handschrift war früher Eigentum des British Museums, und würde im Jahre 1872 dem abessinischen Kaiser ausgefölgt. % .׳.׳■׳ : ׳.ל. ׳׳״..׳ . . Judaica und Hebraica der Hamburger Stadtbibliothek. Die L e v y’sche Sammlung ilst in den Besitz der Hamburger Stadtbibliothek übergegangen. Schon im November 1904 war die Bibliothek des verstorbenen Rechtsanwalt Dr. H. B. Levy, ausschliesslich Judaica und Hebraica enthaltend, um den Preis von 18000 Mark zum Kauf . angeboten worden. Ein von einem Kenner hebräischer Literatur? Dr. A< Freymann in Frankfurt a•: M., eingeholtes Gutachten gab die erforderliche Sicherheit über den hohen Wert der Sammlung, die freilich.aus den laufenden Mitteln zu gewinnen :von vornherein unmöglich;:prsc-hiem-;:■ JEin hachherziger Gönner der Stadtbibliothek stellte 9000 Mark, der Vorstand der Averhoff-Stiftung 3000 Mark zur Verfügung, der Rest war durch׳ eine