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Jüdische Rundschau · 1907-11-15 · 17 (15.11.1907) · p. Seite 144

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
17 (15.11.1907)
Date
1907-11-15
Page
Seite 144 (sequence 8)
Language
German
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144 A O. 17 LITERATURBLATT ausserordentliche Bewilligung des Senats und der Bürgerschaft aufgebracht. So gelang es, vor allem durch das, tatkräftige Interesse, das Senior D. Behrmann dieser Angelegenheit von ihren ersten Anfängen an gewidmet hatte, die Levysehe Bibliothek, die schon im Begriff stand, ins Ausland zu wandern, nach mancherlei Verhandlungen und Schwierigkeiten Hamburg zu erhalten. Die Sammlung besteht aus. 1020 gedruckten Werken und 174 Manuskripten zum Teil in hervorragend schönen gleichzeitigen oder modernen kunstvollen, auch einigen silbernen Einbänden und! erstreckt sich über fast alle .Gebiete des jüdischen Schrifttums; sie umfasst biblische Bücher ׳und Kommentare, besonders Pentateuch und Psalmen, Ausgaben der Mischna und des Talmud, liturgische Werke (Gebetbücher. Ritualien, moralisch-religiöse Traktate). Auch Philosophie, Grammatik, Lexikographie sind vertreten neben historischen und geographischen Schriften und Dichtungen. Innerhalb der Drucke ragt eine ganze Anzahl kostbarer und seltener Inkunabeln hervor. Von den Handschriften, die häufig mit prächtigen Miniaturen und gemalten Initialbuchstaben geschmückt sind, gehören die frühesten dem 13. und 14. Jahrhundert an. Als bestes Stück gilt nach dem , Urteil von Kennern deir Raschische Pentateuch- Kommentar aus dem Jahre 1270. Für die geplante wissenschaftliche Katalogisierung sollen die• Manuskripte geschlossen zusammengehalten werden, da hierbei die Frage der Provenienz eine Rolle spielt und spätere Forschungen erleichtert. Mit der Bearbeitung wird vorübergehend Dr,. Joseph Unna als wissesnschaftlicher Hilfsarbeiter beschäftigt. Eine Ethrogimsteuer. Im Jahre 1736 machte ein Prager Kaufmann, David Heinrich Lehmann,, der böhm. Hofkanzlei den Vorschlag, auf die Einfuhr deir Ethrogim eine ״be~ sondere Maut“ zu legen. Diese besondere Maut werde ״dem höchsten Aerario“ ein ״sicheres Quantum abwerfen“ und es in die Lage setzen, dem Antragsteller eine Gratifikation von 2000 Dukaten auszuzahlen. Der Vorschlag kam erst acht Jahre später zur Behandlung. In einem Hofdekret an die׳ böhmische Hofkanzlei und an das königliche Amt in Brünn wurde mitgeteilt, dass der Antrag ,״wohl zu akzeptieren wäre, dass man es den Juden aber auch weiterhin freisteilen wolle, die Ethrogim zu kaufen, wo und wie es ihnen beliebt. Für diese gnädigst gewährte Freiheit sollte aber die Judenschaft von Böhmen, Mähren und Schlesien ijährlieh den Betrag von 40 000 fl. an die Aerarialklassa in Wien abführen. Für ׳ das Jahr 1744 sei der Betrag sogleich zu erlegen, widrigenfalls die Juden vom 1. Jänner 1745 an gezwungen sein werden, ihre Ethrogilm um festge- ׳ setzte Preise und in einem bestimmten Ausmasse nach Weisung der Re- ׳ gierung zu beziehen. Die verlangten 40 000 fl. waren so aufzuteilen, dass die Juden in Böhmen sieben Zwölftel, die mährischen vier Zwölftel und die schlesischen ein Zwölftel der Summe erlegen sollten. Für die Juden War die neue Steuer unerschwinglich. Doch darum bekümmerte sich die Behörde nicht und die Juden׳ mussten zahlen. Schalotti ־Asch hat. ein fünfaktiges Drama ״S abb atai Ze wi“ ' vollendet.'■׳ ■ '■׳ Odessa. Vier hervorragende jüdische Aerzte beschlossen, zu Beginn des nächsten Jahres eine medizinische Wochenschrift in russischer Sprache herauszugeben. Die Wochenschrift, die den Titel JEWREISKIJ MEDI-; CINSKIJ GOLOS ,,,(Jüdische medizinische Stimme“) führen wird!, hat den Zweck, die jüdischen Massen über die Ursachen und Formen der haupt- , sächlich unter den Juden verbreiteten Krankheiten aufzuklären und sie ,,-mit der modernen Hygiene׳ bekannt zu machen,

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