Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 17 (15.11.1907)
- Date
- 1907-11-15
- Page
- Seite 141 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8295971-9046061-8238393--601-8190218- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
No. 17 141 LITERATURßLATT Notizen Eine jüdische Hochschule in Petersburg. Seit ungefähr einem Jahre macht sich in den intelligenten jüdiischen Kreisen das Bestreben bemerkbar, für die jüdische Wissenschaft Positives, zu leisten. Zuerst ging man daran, das Projekt der Herausgabe einer jüdischen Enzyklopädie in russischer Sprache zu verwirklichen. Ein kleiner Kreis bekannter Bi'ldungsfreunde sammelte zu dem Zwecke in kurzer Zeit die Summe von 20 000 Rubeln und schloss, mit der Verlags yma Efron folgendes Geschäft ab: Efron soll als Herausgeber alle Druckkosten tragen, die Gesellschaft werde bloss, für die. Bei- Stellung von Artikeln sorgen und die einzelnen Autoren honorieren, wenn die Abonnentenzahl •nicht mehr als 1000 betragen Werde. Sollte sie. grösser sein, dann übernimmt der Herausgeber auch die . Pflicht, einen ' Teil der Honorare zu tragen. Ist aber die Abonnentenzahl 3000 erreicht, . trägt der Verlag alle Kosten. Das Werk wird zwölf dicke Bände um-, fassen und 60 Rubel (in Ratenzahlungen) kosten. ’ Man erwartet, dass die Firma ״Efron & Brockhaus“, welche schon eine allgemeine Enzyklopädie herausgegeben hat, auch den Vertrieb der jüdischen Erizyklo-‘ pädile entsprechend organisieren wird. Die Gesellschaft wird auch mit) helfen, Abonnenten zu sammeln. ׳ ' ' Nun. kam man zii der Erkenntnis, dass die Herausgabe' eines Buches , noch nicht genüge, die Wissenschaft des Judentums, zu entwickeln. ■Nur■, das' lebendige Wort könne es bewerkstelligen, vom Katheder aus,, beim. . Vortrag jüdischer Wissenschaft,; Besondere Mühe, eine jüdische Lehrkanzel zu •'kreiTen,'■ gab sich '■ Baron Dawid Ginsburg (der ältere Sohn des?Baron Hö!race Ginsbürg), welcher Mitglied des Gelehrten-Komitees im Bildungsministerium ' ist und sowohl die althebräische wie arabische Literatur genau kennt."‘ ' ■' Baron Ginsburg hat nun die Erlaubnis bekommen, in Petersburg; eine Hochschule für Wissenschaft, des Judentums.' zu begründen,, die nur von Personen mit Gymnasialbildung besucht, werden darf. ׳ . .י'..'׳ י'. V,' ■ vT Die Kosten dieser Schule werden* nach der ■Mehrung;einigen aus־': dem Fonds,:, der anlässlich des 70jährigen Geburtstages des: alten; Baron ־׳־ Ginsburg gesammelt wurde (ungefähr 130 000 Rubel), nach d.er Meinung*׳, anderer von der Ica bestritten werden. Jedenfalls scheint es, dass die•;: Anstalt materiell gesichert ist. Darum ist es sehr zu-bedauern,■ dass ״die;, Zusammenstellung der Lebdkräfte viel ..zu. wünschen .-■übrig lässt.;•• .■Nur.־•* zwef,, nämlich D u b. n 0 w, fürjüdische■ Geschichte ■ und Magister 1 s r. a e:l sohn für .orientalische Sprachen,, berechtigen .zu .:gewissen ::Hoffnungen•;: doch haben sich auch diese, nicht.als tüchtige Vortragende gezeigt Dubs now war schon Lektor an.einer höheren Lehranstalt und die Zahl seiner;. Hörer verringerte .sich von Tag zu Tag. Isdael war bis jetzt Angestellted . der, Poljakoff’schen . Ban, hin Moskau, Für Talmudunterricht wurde Dy. , J, L, K a.t z ene 1 s oh n gewonnen.: Ausserdem wed:den,npch■ Mar kov:, : ein ■junger. Mensch, der der soeben, die Universität absolviert hat,. To n a sy G i n sb u r g und A sc h k e n a s.i .dozieren, durchwegs .Namen', die,.:weder . in der Titeradischen.noch pädagogischen Welt bekannt , sind. ,Man wundert•:: sich, warum Männer wie Pereferkowicz oder Gzernowicz aus Odessa■ nicht;. als'Lehrer berufen wurden/ .;■.. -. ־׳:.■.• -. .. . .. ׳, . Aller in allem: Die neue Hochschule ist lebhaft zu begrüssen. Baron Dawid G i n s b u r g als Rektor ist der geeignete Mann. Es wäre aber zu wünschen, dass sich auch 'würdige Lehrkräfte finden..