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Jüdische Rundschau · 1907-11-15 · 17 (15.11.1907) · p. Seite 140

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
17 (15.11.1907)
Date
1907-11-15
Page
Seite 140 (sequence 4)
Language
German
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Jemand,, der gern das Hasenpanier ergreift, oder sich am liebsten hinter der Front aushält, ironisch mit den Worten bezeichnet: Ein tapferer Soldat; er diente in der Qarde von Pociejöw. So hiess nämlich ein Palast in Warschau, welcher einst neben dem Palaste Marie-ville, einer Schöpfung Marias, der Qemahliln Sobieskis, stand* der Familie Pociejöw gehörte und lange Zeit den Juden ■ zu ihrem Tandelmarkt überlassen blieb. In Frankreich versteht man unter Juif ei'nen Betrüger und Wucherer, welcher sich auf Kosten der ihm in die Hände gefallenen Opfer so bereichert, dass es sprichwörtlich heisst: Reich wie ein Jude, ־; und will ein Franzose seinen ganzen Abscheu vor Leuten an den Tag legen, die sich hartherzig, grausam und unerbittlich gegen ihn benommen haben, so ruft er aus: .-■■■• Ich will lieber in den Händen der Juden sein! Dagegen hat der Name Israelit in Frankreich eine bessere Bedeutung; und ״ein guter Israelit“ heisst sogar ein Mann, der aufrichtig, gottesfürchtig und gerechtigkeitsliebend ist.*) Die Holländer bezeichnen das, was. sie als das ärgste Unglück aussehen, mit dem Ausdruch ,,Judenfluch“, indem sie sagen: Blind, arm und alt ist ein Judenfluch. *) Ist nur ein Zitat aus dem Neuen Testament in anderem , .Snne. Die Red. Literatu rbericht Die Sünde im allten Israel. Von Lic. Fritz Bennewitz, Pfarrer in Rheinsberg (Wpr.). ' Leipzig: A. Deichertsche Vrlagsbuchhandiung (Georg. Böhme) 1907. (XII, 272 S.) 8■°. 5,— Mark.. . . Die vorliegende Arbeit ist durch einen reichen Fleiss gezeitigt, Aber wenn .es sich auch reichlich wissenschaftlichen• Materials bedient, ■so will es doch nicht rein wissenschaftliches, von, Voraussetzungen freies■ Resultat fördern sondern ein religiöses Bedürfnis des. Verfassers• befriedigen. Es steht daher auf dem schwankenden Boden, der zwischen •Glauben und Forschen liegt. . .;Wenn wir. das vorausschicken, so können wir doch nicht umhin, anzuerkenhen, dass vieles Neue im Buche geboten wird, an dem die ernste Wissenschaft nicht achtlos wird vorübergehen können. Die Disposition■ des Büches ist klar und übersichtlich. Nach einer Einleitung; wird im'ersten allgemeinen Teil, das Sündenbewusstsein Israels ausführlich und mit grosser Kenntnis behandelt, wenn auch hier wie im weiteren moderne Anschau״ ungen unwillkürlich auf die israelitische:;Zeit mit übertragen sind, di-e: darin nicht wurzeln. Für das seines eigenen Werdens frohe Volk hat die religiöse Betrachtung des Alten Testaments oft nicht' den genügenden Sinn; Aber von solchen Fehlern hat sich, auch Sellin: nicht weniger frei gehalten. Der Hinweis auf Baentsch, der mehr historisches Verständnis- :•als die anderen Theologen hat, die historisch über' die Bibel schreiben, •ist der Darstellung nur von Vorteil gewesen; und wenn .wir das religiöse Grundmotiv ausser Acht lassen, so müssen-'wir anerkennen,• dass ein guter histo-rischer Zug durch die Bennewitzsc’h'e Arbeit geht. 'Es wäre wünschenswert,, dass, die fleissige und sorgfältige Arbeit die Aufmerksamkeit■ auf . sich lenkt, die' ihr gebührt. Sie ist ein. schöner. Beitrag zur •Wissensgeschichte 1m alten Israel. . Wir hoffen dem fleissigen und kenntnisreichen Autor noch öfter auf unserm Gebiete, zu begegnen. . S. in S.

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