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Jüdische Rundschau · 1907-10-25 · 16 (25.10.1907) · p. Seite 133

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
16 (25.10.1907)
Date
1907-10-25
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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No. 16 LITERATURBLATT 133 In dem dritten Bändchen werden wir nach dem fernen Osten versetzt, in das Land dier aufgehenden Sonne, das d!er Kanonen bedurfte;, um von den Europäern als Land erkannt zu werden, das in den Künsten des Friedens würdig den ersten Kulturländern an die Seite gestellt werden kann. Die Darstellung ist um so wertvoller, ־ als sie von einem Japaner geschrieben ist der, so sehr er sein Volk ehrt und liebt, doch auch ein feines Verständnis für die kleinen Schwächen hat, das das Volkstum in seiner gesamten Höhe doch nicht herabziehen. Jeder neue Einblick in japanische Verhältnisse zeigt uns das Volk von einer neuen Seite originell und japanisch. Und1 wo es Europa nachahmt, auch da ahmt es wenigstens echt japanisch nach. Man würde Japan ohne seine Frauen recht schief beurteilen, und es falsch verstehen, wenn man diese Frauen nicht mit beurteilen wollte. So dankbar wir nun der Uebersetzerin für das kleine Buch sind, das sie uns in deutscher Sprache vorlegt, so bedauerlich ist es doch, dass sie immer wieder den bekannten Forscher über Japan, Prof. Chamberlain, mit dem Erzdillettanten Houston Stuart Chamberlain verwechselt. Wenn sie (auf Seite 12) ausdriicklich bemerkt, dass Houston Stuart Chamberlain gemeint ist, und ihren Autor also diesen auf Seite 19 ״fraglos eine Autorität auf japanischem Gebiete“ sein lässt, so macht diese Verwechslung einen recht betrübenden Eindruck. Es ist eine Verwechslung, wie sie dem Houston Stuart Chamberlain selbst nicht vorenthalten geblieben ist. Aber alles in allem wünschen wir der ״Weisheit des Ostens“ einen recht guten weiteren Fortgang. H. L. M. Poppelauer’s Jüdischer Portemonnaie-Kalender für das Jahr 5668. 20 Pfennig. M. Poppelauer, Berlin C., Neue Friedrichstr. 59.. Das sich in dauerhaftem Umschlag nett repräsentierende Kalenderchen ist sehr praktisch. Besonders hervorzuheben ist, dass die Sabbat-Ausgang-Zeiten nicht nur für Berlin, sondern auch für Frankfurt angegeben sind. Der kleine Kalender wird sich viele Freunde erwerben. Notizen Gymnastik in der jüdischen Antike. , Zwar waren die Griechen die ersten, bei denen das Turnen zu Zwecken der Volkserziehung eingeführt und systematisch betrieben wurde; aber noch lange vor dieser Blüte der Körperkultur werden ״Riesen“ und ״mächtige Jäger“ in der Bibel erwähnt, deren physische Vollkommenheit in ihrer Art nicht geringer war als die der Griechen. Solche Riesen und Jäger waren z. B. Nimrod. Esau; und selbst Jakob, der ruhige Mann, besass Riesenstärke; von Simson, Gideon und Jephta nicht zu sprechen, deren Taten nach Euler*) den Herkulesarbeiten nahekamen. Von Saul sagt man, dass er starke und tapfere Männer um sich sammelte, und dass er körperliche Hebungen unter seinen Untertanen einführte. David besass grosse Stärke und war ein vorzüglicher Bogenschütze; überhaupt waren unsere biblischen Vorväter grosse Bogenschützen; ein Beweis, wie sehr körperliche Uebungen von ihnen gepflegt wurden. Schwimmen und Wettrennen, Schleudern, Stemmen von Steinen mit der rechten und der linken Hand, Scheiben- und Bogenschiessen, Ringen, Springen, Jagen und Ballschlagen waren gleicherweise bei unseren Ahnen bekannt und beliebt. Mit der Verbreitung des Griechentums unter den Juden wurden auch bei diesen die gymnastischen Spiele öffentlich eingeführt. Den ersten Versuch machte Menelaus**), der Bruder des Hohenpriesters Jason, welcher *) Euler ״Encyklopädisches Handbuch des gesamten Turnwesens“ Bd. I. **) II. Buch der Makkabäer, 4,11 ff.

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