Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 15 (4.10.1907)
- Date
- 1907-10-04
- Page
- Seite 125 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nö. 15 LITE RATURßL ATT__125 Qrunwald auch von dieser Seite vorteilhaft kennen zu lernen und wi'r wünschen unserm Volke recht viele Rabbiner mit steintem Wissen und seinem Ernste für das Judentum. Heinrich LoeAve. Illustrierter jüdischer Familienkalender für das Jahr 5668 (1907/08). Berlin-Leipzig: Modernes Verlagsbureau Curt Wigand 1907. 160 S. gr. 8°. Der Rezensent dieses Buches regte vor 16 Jahren an, durch Herausgäbe nationaljüdischer Kalender, die damals naionaljiidisch genannte zioraistisehe Idee in immer weitere Kreilse zu tragen, die sonst nichts oder nur Gefärbtes und Getrübtes über den Zionismus zu hören und zu lesen bekämen. Die Idee wurde ausgeführt, zuerst im kleinsten Rahmen als ״Jordan, Jüdischer Volkskalender“ und dann in verschiedener Wei'se fortgeführt mit nur einer Jahresunterbrechung, und sie hat sich als eine gute Propaganda für den Zionismus und den ganzen Neujudaismus erwiesen. Dass iln diesem Jahre ein solcher Kalender nicht erschien, erweist ״sich als eine böse Unterlassungssünde. In den leeren Platz springt dieser Illustrierte jüdilsche Familienkalender ein, der aber so weit davon entfernt ist, ein nationaljüdischer oder zionistischer Kalender zu sein, dass er unter den grossen, das ganze Volk umfassenden Organisationen den Zionimus übersieht. Wenigstens hat die Zionistische Vereinigung für Deutschland den angemessenen Platz erhalten. Müssen wir nun von diesem Standpunkte aus cs tief bedauern, dass der Kalender zu allem anderen geeigneter ist, denn zur Propaganda für den Zionismus, so müssen wir andererseits zugestehen, dass das Buch als solches über alles Lob erhaben ist. Das heisst nicht etwa, dass die einzelnen Artikel alle gründlich verarbeitet und unparteiisch seien, aber von allem ist etwas vorhanden und es steckt eiin Fleiss und vor allem ein Redaktionstalent in dem vortrefflichen Kalender, dass er sich in die weitesten Kreise einführen wird. Für unsere Freunde kommt er auch als Nachschlagebuch für viele Fragen jüdischen Lebens inbetracht, nicht in dem Sinne, dass man hier das ganze Material, aber wohl wertvolle Anregungen und die ersten und notwendigsten Hinweise findet. Er hat sich überhaupt zu einem kleinen Jahreshandbuch für deutsche Juden ausgewachsen und darf erwarten, dass der buchhändlerische Erfolg hinter dem literarischen keineswegs Zurückbleiben wird. Die Auswahl der Feuilletons ist •ebenfalls eine vorzügliche und nur die Lyrik ist schwach vertreten. Sehr reich ist der Kalender an Illustrationen, die sehr gut ausgewählt und noch besser ausgeführt silnd. Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass nicht jeder, dessen Bild im Kalender prangt, schon Anspruch darauf erheben darf, dass ihm überhaupt oder auch nur innerhalb der jüdischen Gemeinde irgend welche Bedeutung zukommt. Aber auch hierbei heisst es in bonis valuüsse sat est. Wir können dem Herausgeber nur zu Dank verpflichtet sein für die vorzügliche Leistung und wünschen, dass, wenn im nächsten Jahre wieder ein zionistischer Kalender, was \yir bestimmt erwarten, erscheinen wird, dass dann die Herausgeber bei dem Illustrierten jüdischen Familienkalender in die technische Schule gehen. Eljäqim. Notizen Literarische Gesellschaft ״Sinai.“ Am 19. August hat im Haag die konstituierende Versammlung der literarischen Gesellschaft ״Sinai“ zur Förderung des hebräischen Schrifttums stattgefunden, die .sehr zahlreich besucht war. Das Zentralkomitee des ״Sinai“ konnte mit Genugtuung darauf hinweisen, dass dieses gemeinnützige Institut viel Freunde und Gönner gefunden hat. Neben einer namhaften Spende in Höhe von Mk. 10,000, die Herr S. Hurwitz, Mitglied des