Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 14 (27.9.1907)
- Date
- 1907-09-27
- Page
- Seite 118 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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118 LITERATURBLATT No. 14 Es lag nicht im Arbeitsbereiche grade des zionistischen Aktionskomitees für dies Wörterbuch eine nterstiitzung zu gewähren, um so mehr aber sollte es sich jeder Freund der hebräischen Sprache und Wissenschaft angelegen sein lasen, dadurch den Fortgang des Werkes zu fördern, dass er bei der Buchhandlung auf das Werk subskribiert. Wahn. Drama von Jakob Scherek. Gotha und Leipzig, Richard Wöpke 1907. In dramatischer Form hat Scherek den Konitzer Mord, behandelt. Damit ist von vornherein gegeben, dass das Stück ein Tendenzdrama ist; aber ein Tendenzdrama im guten Sinne. Die Tendenz wird nicht grob aufgestrichen, sondern folgt glatt aus der Handlung selbst. Die einzige Stelle, an der sie zusammenhängend in lehrhafter Weise vorgetragen wird, ist durch die Situation erträglich gemacht, es ist die Rede des Verteidigers in dem ״Ritualmordprozess“. Pikant ■ist es zu wissen, dass die Breslauer Polizei die Aufführung des Dramas aus Gründen der öffentlichen Ordnung verboten hat. vermutlich aus Furcht vor der Wut der Antisemiten. Es wäre wünschenswert, wenn unter einer weniger schüchternen Zensurbehörde das Drama Scherek’s doch zur Aufführung käme. Seine Handlung ist lebendig und entwickelt sich überzeugend aus psychologischen Motiven. Nur eines wäre auszusetzen: Die Vertreter der antisemitischen Hetze sind im üblichen Stil der Abwehrfraktion samt und sonders als skrupellose Geschäftspraktiker gezeichnet. So sehr das auf die Staatsbürgerzeitung und ihre Leiter zutrifft, erschweren wir uns doch das Verständnis der Sachlage, wenn wir nicht sehen, wie tief der dumpfe, sinnlose Glaube an jüdische Ritualmorde in den Gemütern festsitzt, selbst in den Kreisen der ״Gebildeten“. — In den Einzelheiten des Dialogs findet sich manche Feinheit. Prächtig ist die Gestalt des Fleischers Griinfeld herausgearbeitet, und das ganze Milieu, in dem sie uns vorgeführt wird, atmet Lebenswahrheit. Alles in allem ist das Drama ein treffliches Zeitbild, bei dem wir es als das Traurigste empfinden, dass es den Beginn des 20. Jahrhunderts darstellt. ea. Die Neue Preussisclie Jagdordnung vom 15. Juli 1907. Verlag: L. Schwarz & Comp., Berlin S. 14, Dresdenerstr. 80. Preis 1 Mk. Durch Erlass des neuen Gesetzes ist das Verlangen nach einer einheitlichen Jagdgesetzgebung für Preussen endlich erfüllt und 21 verschiedene Jagdgesetze werden mit einem Male aufgehoben. Hier liegt die Neu Jagdordnung vor. Die Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen ist für jeden Jäger, Jagdpächter und -Verpächter usw. dringend erforderlich. Warum aber die Verlagsbuchhandlung uns das Werk zur Besprechung in der JÜDISCHEN RUNDSCHAU einsendet, bleibt uns unerfindlich. Offenbar ist ihr das Wort unbekannt geblieben, in dem Heine ausführt, dass ein Volk, das gewöhnt ist, seit Jahrtausenden als Jagdwild angesehen und behandelt zu werden, an der Jagd der Mitgehetzten keinen Gefallen findet- Die Jagd auf die Juden ist auch durch keine Schonzeiten geregelt und an ihr ^teiligt sich ja . auch in hervorragendem Masse der Tierschutzverein. E1 j ä q i m. Notizen Zur christlichen Topographie Jerusalems. Die Nachforschungen nach den denkwürdigen Stätten des N. T. in Jerusalem sind in letzter Zeit mit besonders regem Eifer fortgesetzt worden und haben zu einer Reihe von Entdeckungen geführt, die, wenn es natürlich auch nicht sicher ist, ob die Interpretation sich wirklich bestätigt, doch von grösstem Interesse sind. So ist man jetzt, wie einem Bericht des AMERICAN aus Jerusalem zu entnehmen ist, in der heiligen Stadt in lebhafter Auf-