Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 13 (30.8.1907)
- Date
- 1907-08-30
- Page
- Seite 109 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. UL LITtRATURßLATT 10Ü zusammentun. Natürlich soll die Initiative stets von national-jüdisch gesinnten Sportsmen ausgehen und von vornherein das Jüdische betont werden. Es wird sich dann eine selbsttätige Entwicklung zum National- Judentum einstellen, und ׳ich bin der Meinung, dass diese Gesinnung die Vorstufe zum Zionismus ist. •־ ■ ■ ■ Viele junge Kräfte würde der Zionismus gewinnen und ich glaube bestimmt, dass bei richtiger Organisation der kleinen Vereine, gerade die reicheren Juden herangezogen werden würden, die uns und dem Judentum unbedingt erhalten bleiben müssen. Wie aus dem Referat des Herrn Wolff ersichtlich, soll in jedem Staat ein Ausschuss gebildet werden., der sich mit der Bildung von■ Sport- und Turnvereinen befasst; von diesem Ausschuss soll die Zentralisierung der Vereine ausgehen. Es liegt in der Natur der Sache, dass viel Geld zum Zustandekommen von Sportvereinen gehört, und an diesem Fels sind schon verschiedentlich Gründungen von Sportklubs gescheitert. Wir müssen alle aktiv oder inaktiv beitragen und besonders die grosse jüdische Gesell- Schaft mit heranziehen. Es ist Pflicht jedes Juden, sich um das körperliche Wohl seines Nachwuchsei zu bekümmern, und wir werden dann mit innerer Freude sehen, in wie kurzer Zeit die nur zu oft anzutreffende minderwertige Körperentwicklung der Juden verschwindet. Hugo Eisen stadt, Berlin. Notizen Die jüdische Rassenfrage. Unter diesem Titel veröffentlicht Dr. Elias Auerbach im Mai/Juni-Heft 1907 des ARCHIV FÜR RASSEN- UND GESELLSCHAFTS- BIOLOGIE eine Abhandlung, in der er die Mischungsbestandteile der jüdischen Rasse untersuchend zu nachfolgenden Ergebnissen gelangt: Mischungen jüdischen Blutes mit fremdem lassen sich erst seit den letzten Dezennien in grösserem Umfange nachweisen durch die in den Kulturländern vielfach vorkommenden Mischehen zwischen Juden und Bekennern anderer Religionen, während in der ganzen früheren Zeit der Diaspora nur höchst vereinzelte Mischungsfälle anzunehmen sind. Insbesondere haben keine Mischehen in irgendwie beträchtlicher Zahl zwischen Juden und Arabern in Spanien stattgefunden, trotz des einige Zeit anhaltenden ungestörten Zusammenlebens beider Stämme in diesem Lande, trotz der vollständigen Gleichstellung der Juden in rechtlicher und wirtschaftlicher Beziehung und ihrer regen Beteiligung am öffentlichen Leben. Auch durch den Uebertritt der Chazaren zum Judentum kam kein fremdes Blut in das Jüdische Volk, da wahrscheinlich nur der Fürst der Chazaren mit einigen Adeligen die jüdische Religion angenommen hat. im übrigen aber diese Gegenden nur zu spärlich von Juden bewohnt waren, sodass keine grössere Mischung eiritreten konnte, und ide Chazaren nach der Auflösung ihres Reiches hauptsächlich dem Karäertum zuuelen. das vom Hauptstamm der Juden grundsätzlich getrennt blieb. Auch durch die modernen jüdischchristlichen Mischehen wird dem Jüdischen Volke nur wenig fremdes Blut zugefü'hrt, da nur ein ganz geringer Prozentsatz der Kinder aus solchen Mischehen Juden bleiben. Da schliesslich die hellenistische und römische Epoche, in welcher das Judentum durch die Aufnahme zahlreicher Proselyten aus fremden Stämmen sich verstärkte, nur von verhältnismässig kurzer Dauer war, kann man im allgemeinen sagen, dass das Jüdische Volk in den letzten zwei Jahrtausenden durch streng durchgeführte Inzucht sich rassenrein erhalten hat. Als Grundlage für die Erörterung der Frage der Mischungen der Juden mit anderen Völkern zur Zeit ihrer politischen Selbständigkeit in