Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 7 (29.3.1907)
- Date
- 1907-03-29
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7_LITERA T URB ־LA TT_59 *ns losreissen von de!־ widernatürlichen, selbstmörderischen Abkehr, von allem, was den Aristokraten macht! Wie wir durch der Zeiten Not dazu gekommen sind, — dem ödesten Kosmopolitismus, — der reaktionärsten Demokratie Waffen und Söldner zu liefern, gehört nicht hierher! Genug! Wir vergessen'bäD dass die Gleichmacherei aus Prinzip, uniüaisch ist von Grund! aus. Wir vergessen, dass die Weltanschauung, die wir dem Judentum entnehmen und aus der auch der Zionismus entstanden ist, der Individualismus ist; — die Anerkennung der Kraft des Einzelnen und der Nation, — dass'unser Ziel nichts sein kann, als ursprüngliche Gaben im Menschen und: in unserer Gesamtheit zur ungehemmten eigenartigen Entwickelung zu bringen. Und deshalb gebt unserer Jugend das Buch des Dichters der Adelskraft, — das Buch. durch das er den Adel adelt. Es sind Dichtungen von hinreissender Kraft; es ist eine Gabe lautersten Goldes. — Uns Juden aber gibt der Dichter mehr, als wem immer Sonst. : Denn das stolze Gefühl, zu den'.Edelsten zu gehören, das ihm seine Stärke erst verleiht, ־— dieses Gefühl der Auserwähltheit, die da zu Ausserordentlichen! verpflichtet, — dieses Gefühl müssen wir uns erwerben, — da wir es von unserer Vätern, die es einst besessen, nicht ererbt haben. Und dieses stolze Geschlecht von Juden, das da kommen wird׳, wird zu stolz für die Anmassung der Würdelosen von heute sein. Denn das Wesen des wahren Stolzes ist nichts, denn der Mut, zu scheinen, was man ist. Es gibt wenige, die diesen Mut besitzen; Börries von Münchhausen hat ihn. Seine Persönlichkeit wie seine Kunst müssen darum bei den Besteh unter uns Verständnis und Liebe finden. — Wer will, dass sein Junge aufrecht des Wegs schreite, — wer ihn neben jüdischem Leide auch, edlen Stotz kennen lernen will, der lege neben Rosenfelds Leiden ihjm Münchhausens Balladen auf den Barmigwahtisch, Adelsmenschen, die zu einandergehören, sind es, — ging auch ihr. Schicksal weit verschiedene Wege. Berlin. S. G. Der Gott der Rache und seine Rezensenten Wir wollen zunächst ohne hoch gespannte Erwartungen an die Be• trachtung von Asch's Bühnenwerk herantreten. Wir wollen nicht, wie es viele Kritiker, in ihm die Inkarnation der jüng־jüdäschenKultur sehen, sondern: ein Stück jüdischen Lebens, wie es ein jünger Schriftsteller Unseres Volkes gesehen und zwischen die Kulissen gestellt hat. So hur können wir־ der Dichtung gerecht werden.; ■ ' * * •; "׳ .; y:;' Jankel Schcpschow iisch hat viel Geld aus einem schmutzigen Oewerbe gezogen. Aber oben in seinem Heim soll man nicht merken, dass, unten Mädchen in seinem Dienste sich der Schande bingeben. Man soll es nicht merken und wehe dem, der oben davon spricht. Er will sich nicht besser stellen als er ist. Er ist ein Sünder und wird auch seine