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Jüdische Rundschau · 1907-03-22 · 6 (22.3.1907) · p. Seite 31

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
6 (22.3.1907)
Date
1907-03-22
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
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No. 6 LITERATURBLÄTT 51 Drittens. Sie haben keine Bodenständigkeit in irgend׳ einem Lande. Ihre Güte!־ bestehen hauptsächlich in Geld und Juwelen. Sie können sie daher sehr leicht nach Palästina mitnehmen. Viertens. Sie werden mit Verachtung und Härte, und zuweilen mit grosser Grausamkeit von den Nationen, unter welchen sie sich׳ aufhalteu, behandelt. Sie müssen also umso bereitwilliger sein, nach ihrem eigenen Lande wieder zurückziikehreu. Fünftens. Sie stehen unter sich durch die ganze Welt im Briefwechsel; und folglich kann es ihnen nicht unbekannt bleiben, wenn die Umstände ihnen zu ihrer Rückkehr günstig werden, und sic sind zugleich imstande, über die Massregeln, die sie zu ergreifen haben, einig zu werden. Sechstens. Eine grosse Zahl von ihnen spricht ■und schreibt das Rabbinischhebtäisehe ebensogut, wie die Sprache des Landes, in welchem sie leben. Sie besitzen daher, so weit es sie angehet, wirklich eine Universalsprache und einen Universalcharakter. Das ist ein Umstand, der ihre Rückkehr mehr, als wir uns auch nur vorstellen, erleichtern kann. Siebentens. Die Juden selbst halten noch immer eine Hoffnung und Erwartung fest, dass Gott sie dereinst einmal in ihr eigenes Land bringen werde." —. Die Zusätze zu diesem Kapitel deuten dann an, wie er sich den Einfluss der Rückkehr der Juden nach Palästina auf die christliche Welt denkt, ein Gedanke, der nachher viel weiter־ ausgeführt wird- Vor allem leitet er aus der Wiederherstellung der Juden als Vorbedingung die später eintreiendc Zeit eines glücklichen Zustandes der Menschen ab. Herder, der eine kurze Andeutung dieser Stellen gibt, fügt in seiner Adrastea hinzu; ״Glück also, wenn ein Messias-Bonaparte sieghaft sie dahin führt, Glück zu nach Palästina! Schwerlich! würde aber der reichen g&werbsamen Nation das enge Palästina gefallen, wenn ihr nicht zugleich der allgemeine Mittelhände!*) der alten und neuen Welt zugestanden würde. Fiir die alte Welt wäre ihr Land dazu wohlgelegen. Fernes scharfsinniges Volk, ein Wunde׳: cler Zeiten! Nach der genialischen Glosse eines seiner Rabbiner liegen Esau und Israel einander weinend am Halse; beide schmerzt der Kuss, aber sie können nicht auseinander**) H e i n r i c h L o e w e, *) Grosshandel. Der Kanalbau von Suez hat diese Lage natürlich ausserordentlich gehoben, auch für die Neue Welt i*11d den fernen Osten. **)Herders sämtliche Werke. Hrsg, ״von Bernhard Suphan. Band 24. Berlin 1886. Seite 66/67.

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