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Jüdische Rundschau · 1907-03-22 · 6 (22.3.1907) · p. Seite 30

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
6 (22.3.1907)
Date
1907-03-22
Page
Seite 30 (sequence 2)
Language
German
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50 No, 6 /■ EITERATURBLA TT Macht und der reiche Segen, so den Juden sowohl zeitlich wie geistlich bei ihrer Rückkehr ans der Gefangenschaft verheissen worden, wurde ihnen in der Zeit zwischen der Regierung־ des Cynis u!1d der Zerstörung Jerusalems durch Titus nicht zu teil, und seit dieser Zerstörung sind sie immer in einem elenden Zustande geblieben. Zweite n s. Die Verheissungen der Wiederherstellung beziehen sich sowohl auf die zehn Stämme wie auf die beiden Stämme Juda und Benjamin. Aber die zehn Stämme, oder die Israeliten, welche von Salmanassar in die Gefangenschaft geführt wurden, sind überhaupt niemals w ieder hergestellt. Es muss daher eine Wiederherstellung, die noch zukünftig ist, für sie übrig bleiben. Dass wir den Ort, wo sic uns jetzt verborgen sind, nicht wissen, oder wegen ihrer vermutlichen Vermischung mit andern Völkern, so sehr befürchten, dass sie nicht unterschieden und abgesondert werden können, ist kein gegründeter .Einwurf dagegen. Solche Einwürfe könnte inan auch gegen dig Auferstehung der Leiber machen, und die Weissagung Ezechiels von den dürren Gebeinen hat wahrscheinlich zur Absicht, so wohl dem Ein würfe' gegen das eine, als gegen das andere zu begegnen. Es war eine von den grossen Sünden der Juden, dasiVsie wegen einiger ä!1scheinenden Schwierigkeiten und Unmöglichkeiten Gottes Verheissungen in Zweifel zogen, und die Sadducäfcr besonders leugneten die Auferstehung, weil sie weder die Schrift noch die Macht Gottes kannten. Ob indessen die zehn Stämme nicht in den Ländern, wo sie zuerst vom Salmanassar, um sich niederzulassen, gebracht wurden, oder ob sie in einigen andern Ländern geblieben sind, wird unsere Pflicht zu untersuchen sein. Drittens. Es scheint in verschiedenen Weissagungen ein• doppelte Rückkehr verkündigt zu wenden, Viertens. Die Propheten, welche nach der Rückkehr aus Babylon lebten, haben in ähnlichen Ausdrücken mit denen, welche vor dieser lebten, eine Rückkehr geweissagt. Daraus folgt, dass beider Weissagungen1 sich auf eine noch׳ zukünftige Wiederherstellung beziehen müssen. Fünftens. Die Wiederherstellung der Juden in ihr Land scheint in dem Neuen Testamente geweissaget zu sein. Zu diesen aus den Weissagungen hergenommenen Gründen könnten wir noch einige bestätigende Beweise hinzufügen, welche uns die gegenwärtigen Umstände der Juden an die Hand geben. Erstlich. Die Juden sind jetzt ein von allen den Nationen, unter welchen sie sich aufhalten, unterschiedenes Volk. Sie scheinen daher von der Vorsehung für irgend eine ganz besondere Glinstbezeugung aufgehoben zu sein, nachdem sie die verdiente Züchtigung erlitten haben. Zweitens. Man findet sie in allen Ländern der bekannten Welt, Und dies stimmt mit manchen merkwürdigen Schriftstellen überein, in welchen von ihrer Zerstreuung und Rückkehr gehandelt wird.

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