Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 5 (22.2.1907)
- Date
- 1907-02-22
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 LITERATURBLATT 47 rede stellen wollen* dass; ׳es ■eine Notwendigkeit ist, dass die jüdische Liturgie dem kroatischen Juden in seiner Landessprache zugänglich׳ gemacht wird. Einen derartigen schüchternen Versuch! machte! zuerst Dr, Engel, indem er gewisse Gebete, die bei besonders feilerlichen und traurigen Anlässen verrichtet werden, bereits vor 8 Jahren ins Kroatische übersetzt hat. Es folgte darauf die vollständige Uebersetzung des ganzen Gebetbuches ins Kroatische von Herrn Prof. Dr. Garro Schwarz, und nun stellt' sich Herr Dr. Engel wieder, mit der vorliegenden Hagada-Uebersetziing ein. die einige beachtenswerte literarische Anmerkungen aufweist. Was uns bei dieser Hagada-Uebersetzung befremdet ׳und! worüber wir unser Erstaunen ausdrücken müssen, ist der Umstand, dass׳ wir eine literarhistorische Einleitung zu!der Hagada, was dio׳ch■ von einem modernen Rabbiner zu erwarten wäre, bedauerlicherweise vermissen. Y. Notizen Eine jüdische Antiquität. Über eine solche schreibt Herr M. Messerer aus Nürnberg und ist bereit, Interessenten alle gewünschten Auskünfte zu erteilen. ״Es ist ■im meinem Hause, Oberer Judenhof 10, Wunderburg- Strasse 105, woselbst ׳vor vielen hundert Jahren die Synagoge gewesen, ein ■bistorisch-jüdisches Altertum, welches für S!ie gewiss grosses. Interesse haben dürfte. Es ist dies׳ ׳ein kranenförmiger Aufsatz eines! Gesetzesschranken der ehemaligen alten Nürnberger Synagoge), dieser sogenannte Judenstern, welcher sich in meinem Hause seit dem 13. Jahrhundert befindet. Dieser kromenförtnige Aufsatz, wie Dr. Stern schreibt, über einem Schrank, in dem die Gesetzesrollen verwahrt wurden, trägt die vergoldete hebräische Inschrift ״ כתי תורהKetheir thoroh“ (Die Krone des Gesetzes), weicher bei der Ausschaffung der Juden a,u!s Nürnberg anno 1490 als Einziges der alten damals 1349 verbrannten Synagoge gerettet wurde und wovon die Chronik sagt: ״Dieser Stein ist. nach den Juden blieben!, als sie wurden von Nürnberg vertrieben von Haus. Hanf und Gassen fürwahr im T aus en d v ie;r hund e r t!n e u nu n dn eun z i g st e 11 Jahr.“• Die Echtheit dieses kroneinförmigen Aufsatzes kann nachgewiesen werden und finden Sie auch einen Beschrieb über die Juden in Nürnberg in dem alten Buch von Andreas Würfels■ historischen Nachrichten von der Juden gemeinde, welche ebehin in der Reichsstadt anno 1499 ausgeschaffet worden!, auf Seite 55 genannten Buches. Ein Herr Dr. Moritz Stern, früher in Kiel, jetzt wohl ln Charlotteinburg, hat mit grossem Interesse diesen kronenförmigen Aufsatz von ■einem Gesetzesschranken ,als Titelblatt seiner Publikation der jüdischen Geschichte• *von mir sich erbeten und in Liehtdruck herstellem' lassen. Dieser getürmte vergoldete kronenförmige Aufsatz vo11׳ einem Gesetzesschranken mit der Auischriftmin בתר Kether thorah׳ (Die Krone des Gesetzes) besteht aus einem mit Krabben und Kreuzblumen versehenen spätgotischen Kielbogen in einer rechteckigen Ueberduchuing. Das׳ Ganze ln Sandstein stammt aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts der alten Synagoge, welche da gestanden hat, wo jetzt die Liebfrau,enkirc,he steht und welcher bei dem damaligen Brande der Synagoge als einzig übrig gebliebenes gerettet wurde und in das Haus Wunderburgstrasse 1105 verbracht wurde, welches die spätere Synagoge war und ist aus dieser schweren Zeit ausser dem nichts vorhanden, in keinem Museum oder sonstwo׳. Ausserdem wird als sicher, angenommen, dass sich! zwischen diesen starken Mauern hinter diesem G e sei z essch r an keil die alten Gesetzesrollen befinden. ft