Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 5 (22.2.1907)
- Date
- 1907-02-22
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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48 LITERATURBLATT No. 5 Sammlung jüdischer Altertümer. Die schönste und bedeutendste Sammlung an jüdischen׳ Urkunden, jüdischen Münzen, Kunst'-• und historischien Gegenständen״ die bisher in Deutschland iim Privatbesitz war, besass Herr Albert Wolf im Dresden, der nahezu 50 Jahre mit eisernem• Fleiss urnd tiefem Verständnis alles zusammentrug, was für die Kulturgeschichte der Juden von Wichtigkeit ist. Dieser seltene!, in jeder Beziehung hervorragende Mann ist am 15. Februar gestorben. Auf Veranlassung des Herrn Buchhändler Louis Lamm schenkte er seine ganze Sammlung der Berliner jüdischen Gemeinde, die nunmehr das reiche Erbe antretem wird. Vergeblich hatte ein bekannter Gelehrter aus Amerika diese Schätze für eine sehr hohe Summe! zu erwerben getrachtet. — Alb. Wolf ist auch als Schriftsteller wiederholt und mit bestem Erfolg hervorgetreten. Seine Abhandlungen über jüdische Münzen, jüdische Künstler, jüdische Ex-libris etc. etc. sind׳ in angesehenen Zeitschriften veröfientlieht und können als musterhaft bezeichnet werden. Ueber die Sanumlung, die jetzt allgemein zugänglich gemacht werden wird, folgt demnächst ein besonderer ßpiicht. Hebräische Grabinschriften. In der Sitzung der philosophisch-historischen Klasse der Akademie der Wissenschafter! in Wien, vom 5. Dezember überreichte der Sekretär eine mit der Bitte v.m Aufnahme in die Sitzungsberichte der Klasse eingesandte Arbeit von Herrn Dr. Bernhard Wach stein in Wien, welche betitelt ist: ״W iener hebräische E p i t a p h i e n“. Hierzu bemerkt der Verfasser: Seit Jahren mit der Kopierung, beziehungsweise Entzifferung der auf dem alten jüdischen Friedhof in Wien, dem sogenannten Ress.auer Judenfriedhof, befindlichen Inschriften beschäftigt, bin ich zur Überzeugung gelangt, dass eine gründliche Bearbeitung dieser Denkmäler einiges Interesse für die Sitten und Kultugescbichte der Juden und nicht zuletzt auch für die Wiener Lokalgeschichte und darüiiber hinaus beanspruchen darf. Die vorliegende Sammlung hebräischer Epitaphien, eine kleine Auswahl aus der Anzahl sämtlicher von mir kopierten Inschriften (ca. 1000), hat nur den Zweck, auf dieses' Material die Aufmerksamkeit zu lenken, und will gleichzeitig als Probe für die Art der Behandlung angesehen werden. Einige von ihnen sind bis nun überhaupt unbekannt geblieben, andere sind wohl schon, aber in unzureichender Weise publiziert worden. Zum Zwecke der Identifizierung der Personen und Kommentierung der Texte wurden die zeitgenössischen Quellen und die einschlägige neuere Literatur reichlich herangezogen. Briefkasten der Redaktion G. in Bern. Dir! Nationalbibliothekskommission, die vom Kongress eingesetzt wurde, ist von der zuständigen Palästinakommission niemals einbernfen worden. Dr. L. kann -daher keineswegs irgend etwas in seiner Eigenschaft als Mitglied dieser Kommission unternehmen. Zionsgruss.