Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 5 (22.2.1907)
- Date
- 1907-02-22
- Page
- Seite 46 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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46 LITERATURBLATT No. 5 jst nun von hoher Bedeutung der Nachweis, dass die uns überlieferten Stücke zum grössten Teil gar nicht das ursprüngliche Gesetzbuch darsteilen ,sonderrl nur die zur traditionellen Adhiortation verwandten panaenetischen Einleitungen und Nebenbemerkungen, die immer wieder auf den eigentlichen, fertig vorliegenden׳, aber uns nicht erhaltenen Gesetzestext hinweisen. ־— Mit diesem Nachweis entfällt auch der Grundstein der modernen Bdielkritik, die angebliche Herstellung des Deut, bei der Auffindnng unter Josia als innerlich höchst unwahrscheinlich. K. weist darauf hin, dass in diesem Fall etwas ganz anderes, ein zeitgemässes Gesetz־ buch, und nicht ein naiv übernommenes Erzählungsbruchstück, hätte entsteheri müssen. Vielmehr weisen auch hier die Zeichen auf Fixierung des vorliegendem Textes nach Abschluss der Dichterperiode, in der Zeit des älteren Königtums. Die letzte Abhandlung ist dem sinaitischen Bundesbuch gewidmet. Am Anfang siebt K. eine treffende Kritik des üblichen Verfahrens der modernen Bibelkritik, die mit Hilfe ״drei Quellen“ I, E oder IE und P, diie ein R zusammengeleitet hat. es versucht, der Schwierigkeiten Herr zu werden. Mit Hilfe der Stichwörter Jahwe, Eiohim oder Jaelohim; der Berg, der Berg Elohims, der Berg Sinai und einiger anderer Redensarten haben sie den Text in lauter Partikelchen aufgelöst, jedem seinen Zettel aufgeklebt und die Chiffern J oder E oder D oder R oder Rje und wie sie alle heissen, darauf geschrieben.“ Im Gegensat dazu zeigt K-, dass der Text trotz vieler Hände,, die an ihm gearbeitet haben, zwei Hauptteile zeigt, die Erzählung und das־ Bundesgesetz. An dem Bundesgesetz zeigt er eine noch jetzt deutliche Einteilung in Dekaloge, die aber nur zum Teil erhalten sind. Die Erzählung. die das Bundesbuch in ganz bestimmter Weise zerlegt, aber nichts an ihm geändert hat, ist identisch mit der allgemeinen pentateuchischen Erzählung. Klostermann trägt keip Bedenken, dem Bundesgesetz ein wahrhaft mosaisches Alter zuzusprechen und die Erzählung, entsprechend seinen übrigen Ermittlungen, in eine Zeit vor Arnos zu versetzen, der ja nach der herrschenden Schule d׳er eigentliche Anfang des ״Mosaismus“ sein soll. Wenn man den Ausführungen K.’s, cPc oft bis in das minutiöseste Detail gehen, geduldig folgt, so wird man ihm am Schluss willig zugeben, was er in der Einleitung sagt, dass es ihm ״gelungen ist, die philologische und!insbesondere textkritisiche Detailarbeit im Dienste und unter der Herrschaft der Idee zu erhalten. —ea. Die Judenmetzeleien in Russland. Ein offener Brief an die regierenden Fürsten und Staatsoberhäupter der Kulturwelt von Dr. Wilhelm Münz, Rabbiner in Gleiwitz. Breslau: Koebnersche Verlagsbuchhandlung (Barsch & Riesenfeld). 10 S. 8°. Preis 20 Pfennig. Der offene Brief ist recht gut gemeint. Dass er irgend welchen Erfolg haben wird, kann der Verfasser selbst nicht glauben. Die Adressaten werden den Brief nicht erhalten. Und wenn sie ihn erhielten, würde das auch keinerlei Bedeutung haben. Aber der Autor darf sich mit dem taiinudischen Worte trösten :הקדוש ברוך הוא מצרף מחשבה טונה במעשה Prica 0 izlasku Izraela iz Egipta u proim dvijenr nocima pesacha preveo i razjasnio Dr. M. Engel, kotarski rabin u Krizevcima, 1906. Die jüdisch-kroatische Literatur steckt noch stark i:n den Kinderschuhen. Dass ׳man aber von einer solchen bereits sprechen kann und ׳’dass von ׳einer solchen die Rede ist, dieses Verdienst gebührt Dr. Jakobi, Prof. Dr. Garro Schwarz, Alexander Licht. Jacbanan Thau und nicht in letzter Reihe Dr. M. Engel. BezirkSrabbiner in Krizavec, dier u!n& zum bevorstehenden Passahfeste mit vorliegender schöner Hagada-Ausgabe in einem reinen, poetisch-angehauchten Kroatisch überrascht hat. Es wird niemand in Ab-