Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 4 (15.2.1907)
- Date
- 1907-02-15
- Page
- Seite 39 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/8295971-9046061-8238378--486-8190116- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
39 No. 4 LITERATURBLATT Philister etwa dm 13. Jahrhundert vor Christi die Eisenfabrikation erfunden haben müssen, und dass ausser ihnen kein anderes Volk des Kulturkreises der alten Welt daneben noch als selbständige Erfinder des Eisens in Be־ tracht kommen, insbesondere weder Aegypter, noch auch Babylonier und Assyrer, und auch nicht die Griechen. General-Versammlung der ״Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentum“. Berlin. Die ״Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hielt am 5. Januar 1907 in der prächtigen Aula .der Knabenschule der jüdischen Gemeindeihre General-Versammlung, zu welcher sich mit zahlreicher! hiesigen und auswärtigen Mitgliedern ein stattlicher Kreis von Gästen, Damen und Herren, eingefunden hatte. In diesem überaus regen Besuch offenbare sich, so hob der Vorsitzende, Herr Prof. Dr. P h i 1 i p p s o n in seiner Begrüssungs-Ansprache hervor, dass die, Be- Strebungen des Vereins wachsendes Verständnis finden und in immer weiteren Kre isen diie Erkenntnis sich Bahn bricht, dass die Pflege unserer Wissenschaft zu den vornehmsten Aufgaben der Gegenwart gehöre. Dem Jahresbericht, aus welchem nach seinem Erscheinen nähere Einzelheiten mitgeteilt werden sollen, entnehmen wir, dass die Zahl der Mitglieder auf nahezu 900 gestiegen ist und dementsprechend die Finanzlage sich recht günstig gestaltete. Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Jahre eine Reihe von Schriften herausgegeben, welche den Mitgliedern teils kostenfrei, teils zu ermässigtem Preise zugingen. Die weitaussehauendem Pläne zu . den grossangelegten Publikationen, welche von der Gesellschaft in Angriff genommen wurden, rückten ihrer Verwirklichung näher; so z. B. die Germania Judaica, welche nach ihrer Vollendung die Grundlage für alle ge- Schichthöhen Forschungen über die Juden in Deutschland bilden wird. Endlich hat die Gesellschaft die Studien einzelner Gelehrter durch Subventionen in hervorragendem Masse gefördert, u. a. die Arbeiten des Herrn Prof. Dr. N. Müller zur Erforschung der altjüdischen Begräbnisstätten in Italien. Nachdem sodann Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang - Wien die Grüsse der dortigen Kultusgemeinde überbracht und namens derselben die Genugtuung über das Erscheinen der ״Jüdischen Apologetik“ ihres Oberrabbiners, Herrn Dr. Güdemann. Ausdruck gegeben hatte, referierte Herr Dezent Dr. B r a n n - Breslau über ״die Geschichte der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums“, die mit dem soeben abgeschlossenen Bande ihr erstes Halbjahrhuindert beendet. In detaillierten Ausführungen legte Redner dar, dass die von Zacharias Frankel begründete, von Gr ätz fortgesetzte und nach mehrjähriger Unterbrechung von ihm selbst im Verein mit David Kaufmann .wieder aufgenommene Zeitschrift i׳n allen äusseren Wand- Jungen ihrer Bestimmung treu geblieben sei und1 einen hervorragenden Mittelpunkt geistigen Schaffens gebildet habe. Die stattliche Zahl der Mitarbeiter, welche namentlich aufgeführt wurden, die Vielgestaltigkeit und Gediegenheit ihrer in der ״Monatsschrift‘‘ niedergelegten Arbeiten, die nach Inhalt uind Umfang charakterisiert wurden, bestätigen, dass! dter Anteil jüdischer Gelehrter an dem Ausbau der Religions-Geschichte und -Philosophie. der Bibelforschung, der jüdischen Geschichte und aller anderen einschlägigen Wissensgebiete den Leistungen nichtjüdischer Forscher, durchaus ebenbürtig sei. Sodann sprach in gedankenreicher, formvollendeter, von edler Begeisterung getragener Rede Herr Rabbiner Dr. Esch elbache r-Berlin über ״Das Judentum im Urteile der.modernen protestantischen Theologie“. Die alttestamentliche Forschung nehme innerhalb der protestantischtheologischen Wissenschaft eine hervorragende Stelle ein, wie das eine Reihe glänzender Leistungen, bezuge. Indessen, der Blick sei getrübt, das