Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 4 (15.2.1907)
- Date
- 1907-02-15
- Page
- Seite 35 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 4 05 LITERATURBLATT Die Gesamtheit der vorgeschlagenen Massregeln muss zu den zwei folgenden Ergebnissen führen. Wenn auf drei Ehen eine zwischen Juden und Franzosen geschlossen wird, so hört das Blut der Juden auf, einen besonderen Charakter zu haben. Wenn man sie verhindert, sich ausschliesslich dem Wucher und Handel mit alten Sachen zu widmen, werden sie sich daran gewöhnen, Handwerke zu ergreifen; die Neigung zum Wucher wird verschwinden. Wenn man verlangt, dass ein Teil der Jugend in die Armee trete, werden sie aufhören, jüdische Interessen und Gesinnungen zu haben; sie werden französische Interessen und Gesinnungen annehmen. Wenn man sie den bürgerlichen Gesetzen unterwirft, bleiben ihnen als Juden nur noch Dogmen, und sie werden sich von dem Zustand befreien, in welchem die Religion das einzige bürgerliche Gesetz ist, wie dies bei den Muselmännern der Fall ist, und wie dies stets in der Kindheit der Völker bestanden hat. Man würde vergeblich sagen, dass sie nur so tief gesunken sind, weil man si'e unterdrückt; in Polen, wo sie notwendig sind, um die Mittelklassen der bürgerliehen Gesellschaft zu ersetzen, wo sie angesehen und mächtig sind, sind sie nicht weniger verächtlich, unreinlich und zu allen Ausübungen der niedrigsten Unredlichkeit geneigt. Die spekulativen Köpfe würden ohne Zweifel Vorschlägen, sich auf Verbesserungen in ihrer Gesetzgebung zu beschränken; aber dies würde nicht genügen. Das Gute geschieht langsam, und eine Masse verdorbenes Blut wird nur mit der Zeit wieder gesund. Unterdessen leiden die Völker, sie schreien, und Se. Majestät beabsichtigt, ihnen zu Hilfe zu kommet!. Man muss zugleich zwei Mittel anwenden, von denen das eine darin besteht, den Brand aufzuhalten, und das andere, ihn zu löschen. Daher die Notwendigkeit, zu gleicher Zeit den grossen Sanhedrin, die allgemeine Versammlung der Juden und die vom Staatsrat beschlossenen reglementarischen Bestimmungen anzuwenden. Der grosse Sanhedrin hat die Wünsche und die Meinung aller aufgeklärten Juden in Europa für sich. Mit dieser Stütze hat er die Macht, die unmenschlichen Gesetze und solche, welche sich nur auf die Lage der Juden in Palästina beziehen, aus der Mosaisehen Gesetzgebung zu entfernen.1‘ Sein Ziel, das Aufgehen des Judentums im Christentum, wie er es durch seine Wünsche für die Ehegesetze aussprach, hätte er zwar nie erreicht, wohl aber erzogen sich die Franzosen in den Juden glühende Patrioten. Napoleons höchstes Ziel war stets die Macht des Vaterlandes, die er durch die einheitliche Organisation aller Seiner Untertanen am besten zu fördern glaubte. Er hat