Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 4 (15.2.1907)
- Date
- 1907-02-15
- Page
- Seite 32 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LITERATURBLATT No. 4!!! 32 rufen Sie ihn auf eine Zeit, wo ich ihm alles schicken kann, was festgesetzt werden muss. Man muss aus den Mosaischen Gesetzen alles entfernen, was intolerant ist; man muss einen Teil1 dieser Gesetze für bürgerliche und politische Gesetze erklären; und von religiösen Bestimmungen nur das lassen, was sich auf die Moral und die Pflichten der französischen Bürger bezieht. Note, den Sanhedrin betreffend. § 1. Um regelmässig vorwärts zu gehen, müsste man vor allem erklären, dass in den Mosaischen Gesetzen religiöse und politische Bestimmungen enthalten sind; dass die religiösen Be- Stimmungen unveränderlich sind, dass es sich aber mit den politischen Bestimmungen nicht auch also verhält, welche abgeändert werden; dass nur der grosse Sanhedrin diese Unterscheidung festsetzen, dass, so lange die Juden in Palästina geblieben sind, und eine Nation bildeten, die politischen Verhältnisse die nämlichen waren wie zurzeit des Moses, und dass daher die grossen Sanhedrine nicht im Fall waren, diese Unterscheidung zu machen; dass, seitdem die Israeliten ihr Vaterland verlassen haben,!es keinen grossen Sanhedrin mehr gegeben hat. Auf diese Erklärung dieser Grundsätze folgt die Anwendung. 1. Die Vielweiberei war erlaubt; sie muss aufhören, den Juden erlaubt zu sein, welche im Abendland verbreitet sind, während sie denen des Morgenlandes mit Rücksicht auf ihre dortige Lage noch erlaubt sein kann. 2. Nach dem Mosaischen Gesetze betrachteten die Juden nur diejenigen, welche sich zur nämlichen Religion bekannten, als ihre Brüder. Dies musste sein, als das jüdische Volk mit heidnischen Völkern umgeben war, welche den Kindern Israels einen gemeinschaftlichen Hass geschworen hatten. Dies kann aufhören, wenn dieses gemeinschaftliche Verhältnis nicht mehr besteht, und dieses soll der Sanhedrin aussprechen und beschliessen, dass man alle Manschen, zu welcher Religion sie sich auch bekennen mögen, als Brüder betrachten muss, wenn sie nicht Götzendiener sind, und wenn die Israeliten bei ihnen dieselben Rechte gemessen wie sie selbst. Ist die Brüderlichkeit festgesetzt, so mus daraus die Verpflichtung folgen, das Land zu verteidigen, in welchem die Israeliten die nämlichen Rechte gemessen wie die andern Bürger, wie sie nach dem Mosaischen Gesetz den Tempel zu Jerusalem verteidigen müssen: Der Sanhedrin muss hierüber ein positives Gesetz . aufstellen. 4. : Aus dem... Glaubensartikel, dass die Juden die Christen wie ihre Brüder betrachten sollen, ergibt sich nicht bloss,.dass die Heiraten zwischen Juden und Christen nicht fluchwürdig ׳ sind, sondern auch die Notwendigkeit, sie anzuempfehlen,. weil sie für das Wohl der Nation von Wichtigkeit sind. )