Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1907-02-15 · 4 (15.2.1907) · p. Seite 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
4 (15.2.1907)
Date
1907-02-15
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/8295971-9046061-8238378--478-8190108
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 4 LITE HA TURBLATT 31 Rechts zugelassen werden. Er soll das Mosaische Gesetz auf solche Weise auslegen, dass er ausspricht, es sollten die Juden alle Orte, in denen sie Bürger sind, ansehen, als ob sie in Jerusalem wären; sie seien nur da Fremdlinge, wo sie kraft des Landesgesetzes misshandelt und bedrückt würden, und nur an diesen Orten könnte unerlaubter Gewinn von der religiösen Gesetzgebung geduldet werden. Wenn dieser Punkt in solcher Weise vom Sanhedrin festgestellt ist, muss man noch untersuchen, ob es wirksame Mittel gibt, diese Gewohnheit des Geldhandels, diese Organisation von Betrug und Wucher zurückzuhalten und zu unterdrücken. Alles dies soll den Kommissären nur als Instruktion dienen; sie werden daraus erkennen, was man wünscht, und zunächst die Mittel aufsuchen, es zu erreichen, ■ in dem sie sich ganz besond'ers mit den einflussreichsten Mitgliedern der Versammlung besprechen. So bald sie feste Ansichten gewonnen haben, sollen sie sich in die Versammlung begeben, derselben sagen, dass ich mit dem Eifer zufrieden bin, der sie beseelt; sie sollen hervorheben., dass dife Verhältnisse aussergewöhnlich sind, dass ich alle Mittel zu ergreifen wünsche, damit die Rechte, welche dem jüdischen Volk zurückgegeben worden sind, nicht bloss scheinbar seien, damit sie mit einem Worte Jerusalem in Frankreich finden möchten. Sie sollen verlangen, dass ein Komitee von neun Mitgliedern aus den Aufgeklärtesten der Versammlung bestellt werde, mit welchen sie arbeiten und bedeutende Ergebnisse herbeiführen könnten. Dieses Komitee soll der Versammlung Bericht erstatten.' Der erste soll die Bildung des grossen Sanhedrin zum Gegenstand haben. Napoleon. Die Kommission dieser neun Notabein stellte (Jen Entwurf einer Konsistorialverfassung her, die begreiflicher Weise ganz den Stempel der Napoleonischen Intentionen trug• Die Notab'eln berieten ihn. Das Gefühl, Napoleon bringe den Juden immer noch Misstrauen entgegen, rief zwar einigen Widerspruch hervor. Schliesslich aber fand der Entwurf Annahme. — Der Kaiser begann seinen Siegeszug gegen Preussen. Von Posen aus sandte er den Befehl zum Zusammentritt des grossen Sanhedrins und mit ihm den Entwurf der jüdischen Verfassung. An Herrn von Champagny, Posen, 29. November 1806. Herr Champagny, ich billige, dass Sie die Besteuerung der Juden in den Departementen vollziehen lassen, um die Rabbiner und Mitglieder der Pariser Versammlung zu entschädigen. Ich wünsche, dass sie mittels dieser Entschädigung in Paris bleiben, und dass der Sanhedrin in der kürzesten Frist zusammenberufen werde. Was den die Organisation des jiidsichen Volkes betreffenden Vorschlag betrifft, muss der Sanhedrin versammelt wercfon. Be- ל

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.