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Jüdische Rundschau · 1907-02-15 · 4 (15.2.1907) · p. Seite 28

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
4 (15.2.1907)
Date
1907-02-15
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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28 LITERATURBLATT No. 4 ״Die Polygamie, obwohl mosaisch gestattet, ist durch Synodalbeschluss seit 1030 aufgehoben; die Ehescheidung steht unter dem Landgesetz; die Mischehe ist gestattet, die Juden erkennen ihre Mitbürger als Brüder an, haben gegen sie alle Menschenpflichten zu üben und ebenso als Kinder des Vaterlandes alle Leistungen mit zu übernehmen. — Die Rabbiner werden gewählt, sie haben keinerlei Macht oder Gerichtsbarkeit, das Gesetz kann ihre Stellung regeln.. — Alle bürgerlichen Gewerbe sind dien Juden gestattet; Zinsen von Religionsgenossen zu nehmen, ist ihnen ursprünglich verboten und nur im Handel mit andern ihnen nachmals überhaupt gestattet worden; Wucher ist streng verboten.“ Der Kaiser war von dieser Antwort sehr befriedigt. Bernerkenswert sind die Worte, die Mole im Namen Napoleons in der Sitzung vom 18. September an di,e Versammlung richtete: ״Se. Majestät sichert Ihnen die freie Ausübung Ihrer Religion, den Vollgenuss Ihrer politischen Rechte zu; aber zum Tausche für diesen hohen Schatz fordert säe eine religiöse Bürgschaft von der vollen Verwirklichung der in Ihren Antworten ausgesprochenen Prinziepien.“ ..... .,Der Kaiser schlägt vor, das grosse Sanhedrin zusammenziiberufen!“ Von Interesse ist es, die Instruktionen wortgetreu ,kennen zu lernen, welche Napoleon den von ihm entsandten Kommissaren gab״ An Herrn von Champagny, Rambouillet, 23. August 1906. Herr Champagny, ich übersende Ihnen Bemerkungen, aus welchen Sie ersehen werden, welche Richtung ich der Versammhing der Juden zu geben wünsche, und was die Kommissäre in dieser Versammlung für jetzt zu tun haben. Napoleon Noten, welche dem obigen Brief beigefügt waren. Seit der Einnahme von Jerusalem durch Titus hatte sich keine so grosse Zahl von aufgeklärten Männern,, welche der mosaischen Religion angehören, versammeln können; man hatte von den zerstreuten und verfolgten Juden entweder Abgaben, oder Abschwörungen, oder endlich Verpflichtungen oder Zugeständnisse verlangt, welche ihren Interessen und ihrem Glauben zuwider liefen. Die gegenwärtigen Verhältnisse gleichen in keiner Weise irgend einer früheren Zeit. Man verlangt von den Juden weder das Aufgeben ihrer Religion, noch irgend eine Veränderung, welche dem Buchstaben oder dem Geiste derselben widerstreitet. Als sie verfolgt oder verborgen waren, um sich der Verfolgung zu entziehen, sind verschiedene Lehren und Gebräuche aufgekommen. Die Rabbiner haben sich das Recht angemasst, die. Grundsätze des Glaubens auszulegen, so oft eine Auslegung nötig

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