Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- III (1907)
- Issue
- 3 (25.1.1907)
- Date
- 1907-01-25
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No, I LITtllM’UJftBLATT -m Und doch fehlt uns bisher der eigentliche Makkabäerroman und er fehlt־;um# auch in der deutschen and besonders in der hebräischen Literatur, Bis 9fja einen! gewissen Qrade bemüht sich Hans Eschelbach m seinem Volksverachter diesen Mangel auszugleichen. Mit seinem unleugbar grossen Erzählertalent versetzt er tras in die Entstehung und Werdung des grosse» Makkabäerkampfes hinein . Mit grossen Zügen entwirft er die Geschichte der letzten Syrerfiirstfeu und führt uns einen Antiochus Epiphanes vor, der ans menschlich begral- Scher ist als der historische Antiochus. Aber gerade die Unbegreii 1 ichkeir in dem Charakter gibt die Lösung seines Lebens, wie sie Eschelbach nicht geben konnte. Das Sprunghafte war nacht die Folge einer Rache, wege» der Verschacherung der Jugendgeliebten, das ist ja jedenfalls eine sehr gelungene und originelle Erfindung des Dichters, —- als vielmehr die Äusserungen de! nicht gesunden Seele. Gleich die Fingangsschildernng der Flucht der Antiochus aus der römischen Gefangenschaft wird in an sc hau-!!eher und lebendiger Weise geschildert. Aber für Kenner der jüdische« Geschichte ■mangeln die intimen ■ Kenntnisse dieser Geschichte und «Je• Schauplatzes, auf dem sie spielt. Die Erfindung der Elektra äst ebenfalls ebenso originell wie geschichtlich unwahr. Man hätte allenfalls einer griechischen Jüdin in Alexandrien, niemals aber einer Tochter Attikas diese Lehren in den Mund!egen können, die schliesslich ja doch picht aut griechisches, sondern auf hebräisches Erbteil zurückgehen. Und wie klein ist doch der Makkabbi des Dichters und wie gross ist er in der Geschichte. So gross uns Ludwigs Makkabäer als Dichtwerk dastehen, so verlieren wir immer etwas von ihrem reinen Genuss, weil wir uns der historischen Uh- Wahrheit bewusst bleiben, die eine Idealgestalt wie die des Elasar Chawa:ra*1 zu!m Verräter werden lässt. Immerhin war bei Eschelbach die Elektra notwendig־, weil er Ideen, die viel später in der Weltgeschichte sich abstrakt darzusteilen versuchen, vorwegnehinen wollte. Es sind das zum Teil zwar recht alte Lehren, wie sie bereits mosaisch sind, dann aber wieder reclil junge Erzeugnisse der modernen Zeit. Kinder der französischen Revolution und der Aufklärung. Dass Jehudah Makkabbi diesen modernen aufklärerischen Ideen eigentlich recht fremd gegenüber stehen muss, ist sogar begreiflich, wenn ihnen Eschelbach das christliche Mäntelchen des Erlösers umhängt, ln der makkabäischen Zeit hätte kein Jude und kein Grieche einen anderen Erlöser, einen anderen Sotör begreifen können, ah» eben Jehudah Makkabbi selbst. Durch diese ganz unhistorische Zeichnung hat Eschelbach es zu Wege gebracht, dass sein Volksverächter, trotz der glänzenden Diktion und trotz der plastischen Darstellung nicht der Makkabäerroman geworden ist. Immerhin bleibt er eine recht anerkennenswerte Leistung und wird sich noch recht viele Freunde erwerben, die hoffentlich das Historische wenigstens teilweise vom Gedichteten unterscheiden mögen. hh, ss. Notizen Rasse und Verbrechen. In einem in Heft 8/9 S. 140 des 2. Jahrgangs der ZEITSCHRIFT FÜR DEMOGRAPHIE UND STATISTIK DER JUDEN auszugsweise wiedergegebenen Artikel hatte R. Weinberg betont: ״Die rassenbiologische Struktur birgt in sich eine der Wurzeln des Verbrechens“. Hierzu bemerk* Näcke (ARCHIV FÜR KRIMINAL-ANTHROPOLOGIE UND KRIMINA- L1STIK 25. Bd. 1. u. 2. Heft, S. 66): ״Dem schliesse ich mich entschieden an. soweit es den endogenen Faktor der Kriminalistik anbelangt. Freilich