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Jüdische Rundschau · 1907-01-25 · 3 (25.1.1907) · p. Seite 24

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
3 (25.1.1907)
Date
1907-01-25
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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24 No. 3 L1TERATURBLATT halte ■ich füll־ d!as Gros der Verbrecher daran fest, dass der exogene Faktor, das Milieu, eritscheiedender iistt als der endogene, persönliche, womit natürlieh nicht gesagt!ist dass wir diesen unterschätzen sollen, aber erst recht nicht überschätzen, wie es Lombroso und seine Schule tun. Man. weiss ja z. B.. welchen Wert Lombroso auch der Rasse. beimisst; . er unterschätzt sie aber jedenfalls, wie auch die meisten endo- und manche exogenen Elemente des Verbrechertums‘', Speziell über die J u d e n sagt N äcke: ״Von altersher hat man besonders gern die Juden als Beweis für die Rassenwirkung angesehen und das nicht ganz mit Unrecht. Man weiss, dass, sie Vorliebe und Abneigung für bestimmte Krankheiten haben; auch bezw. der Psychosen, des Selbstmords und der Verbrechen bestehen, wie wohl jetzt ziemlich fest! steht, nicht unbeträchtliche Verschiedenheiten. Dass der jüdische Charakter seine Eigenschaften hat, wird wohl niemand leugnen. Trotzdem! die Juden in den ,verschiedensten Milieus leben, ist der Charakter im ganzen derselbe geblieben, wie wir ihn schon in der Bibel finden. Und eine Legende ist es wohl mehr oder weniger, wenn gesagt wird, alle die schlechten Eigenschäften, die man ihnen nachsagt, seien allein durch das fremde Milieu herangezüchtet worden. Mag einiges daran wahr sein, so finden wir sie doch schon in der Bibel in den Hauptzügen wieder und Jahwe Ist nur em getreues Widerspiel. Schon als die Juden in Palästina einwanderten, waren!sie keine reine Rasse mehr und haben später noch manche fremde Elemente aufgenommen. Während man in ihnen früher vorwiegend Semiten sah, hält man sie jetzt mehr für Arier, allerdings mit stark semitischer Beimischung, und letzterem scheint das, was man als ״jüdischen Charakter“ geschildert findet, in der Hauptsache anzugehören, wie auch scheinbar die Verschiedenheit der Juden, bezw. die Quantität und Qualität von Verbrechen und Wahnsinn. Aber ׳selbst bei ihnen gibt es doch ziemlieh grosse Unterschiede, woran sicherlich wieder Rassenmiischungen be- ■tefligt sind. Die polnischen״ die deutschen Juden sind von den Sephardim (den Spaniolen) ziemlich verschieden, noch mehr von den sogen, schwarzen Juden etc. Ich zweifle nicht einen Augenblick, dass auch hier deshalb pathologische etc. Unterschiede bestehen werden, die nicht restlos durch ׳ Verschiedenheit der Milieus sich erklären lassen.“ Das Staatsarchiv der Hethiker. Professor Dr. Hugo Winckler hat kürzlich in der Vörderasiati- 'scher. Gesellschaft, in deren Aufträge er in Kleinasien nach den Resten h ethitischer Kultur gegraben hat, über die Ergebnisse seiner Arbeiten einen vorläufigen Bericht erstattet. Innerhalb der Umfassungsmauern der hethitischen Stadt, wo sich heute Boghazköi erhebt, wurden über 2000 Tontafeln und Tonfragmente gefunden. Der Gelehrte hält sie für die Reste des zerstörten Staatsarchives des Hethiterreiches. Hervorzuheben ist ein Fund von besonderem Interesse: eine grössere Tafel, die in assyrischer Schrift den Text eines Bündnisvertrages zwischen Raamses II. von Ägypten und dem um 1200 v. Chr. regierenden Hethiterkönig enthält. Derselbe Text in Hieroglyphenschrift findet sich an den Wänden des Tempels von Karnak. Ausgrabungen in Palästina. Professor Sellin, der verdienstvolle Anfänger der neuesten d״ut- , sehen Ausgrabungen in Palästina, wird nunmehr, nachdem er die Ruinen von Teil el-Ta'׳annek am Südwestrand der Ebene Jezreel vollständig aufgedeckt hat, im nächsten März die Ausgrabung von Jericho beginnen.

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