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Jüdische Rundschau · 1907-01-18 · 2 (18.1.1907) · p. Seite 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
III (1907)
Issue
2 (18.1.1907)
Date
1907-01-18
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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NO. 2 11 LITERATURBLATT urteilen die Juden nur stufenweise zum Bürgerrang erheben will, sei!es, dass Höchstihre Hahd sich bereite, die Ketten, welche das arme Volk im Unglück niederhalten, mit einem Male zu brechen.“ .. — Der Prozess kam nicht zur Entscheidung. Der König hatte ihn dilatorisch behandelt. Cerfbeer war es gelungen, Bresche in die alte Festung Strassburg zu legen. Nicht ohne Erfolg sollte dieses Ringen für die Juden bleiben. Die Aufmerksamkeit des Königs war auf ihre Lage gelenkt. Er befahl seinem Berater Malesherbes die Untersuchung der Lage der Juden und beabsichtigte, ihnen eine teilweise Emanzipation zu gewähren. — Den ersten Schritt zur Besserung der Lage der Jud'en tat Ludwig XVI. durch seinen Erlass vom 24. Januar 1874: ״Wir haben wahrgenommen, dass besonders im Eisass und beim Eingang der Stadt Strassburg die Juden einer Leibtaxe unterworfen sind, die sie mit dem Vieh vergleicht. Da es nun den Gesinnungen, die wir gegen alle unsere Untertanen hegen, zuwider ist, eine die Menschheit zu erniedrigen geeignete Steuer fortdauern zu lassen, befehlen wir, dass fortan in dem ganzen Umfange unseres Königreiches die Juden befreit stein sollen von L’eibzolls-, Ueberfahrts-, Herkommens- und anderen Abgaben dieser Art, es mögen nun solche Gebühren der Königlichen Kammter oder den Städten, Gemeinden, weltlichen und geistlichen Herrschaften zugehören.“ Dieser erste Erfolg der Bemühunglen Cerf Berrs brachte Judenfreunde und Judenhasser in Bewegung. ' Die Argumente der letzteren, die vorwiegend dem katholischen Klerus angehörten, waren die ewigalten, deren Wiedergabe kaum lohnend erscheint. Was der den niedrigsten Motiven entsprungene Judenhass Voltaires literarisch erzeugte, nutzte der ״Schrei des Bürgers gegen die Juden“, eine in Metz erschienene Schmähschrift, reichlich aus. Graf Mirabeau und Gregoire, ein Priester, beide begeistert vom edelsten Freiheitssinn, entflammt für die Befreiung der Unterdrückten, haben sich durch ihr Eintreten für die Juden ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Mfirabeau war kurz nach Mendelssohns Tode in politischer Mission nach Berlin gekommen, verkehrte dort mit dem Archivar Christian Dohm, der, begeistert von dem B'erliner Weisen, sich i» den Dienst der Judensache gestellt- Seine Schrift ״Ueber die bürgerliche Verbesserung der Juden“ erhielt im Jahre 1792 eine, wertvolle Erweiterung durch eine Mendelssohn’sche Uebersetzung von Mainasseh Ben Israels ״Rettung der Juden“ und eine Vorrede von Moses Mendelssohn, als 'ein Anhang zu des Herrn Kriegsrats Dohm Abhandlung: Ueber die bürgerliche Verbesserung der Juden“: Jene ,,Rettung der Juden“ war im Jahre 1656 erschienen al's ״Sendschreiben zur Beantwortung einiger Fragen, die ihm ein vor-

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