Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 26 (21.12.1906)
- Date
- 1906-12-21
- Page
- Seite 215 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/8295971-9045928-8238372--435-8190062- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
No. 26 LI TER ATU RBL ATT 215 Harkavy besuchte die berühmte Jeschiwah in Wotoshin und trat im. Jahre 1858 in das neugegründiete Rabbinerseminar zu Wilna, nach dessen Absolvierung er die Petersburger Universität bezog, wo er orientalische Philologie studierte. Er veröffentlichte schon vorher mehrere hebräische und russische Artikel im ,,Hakkarmel“* den Fiinn in hebräischer und׳ rüssischer Sprache herausgab. 1867 ,erschien Harkavy’s erstes Werk ״Die Juden und die siavischen Sprachen hebräisch). Sein zweites. 1870 erschienenes Werk, ״Berichte muselmännischer Schriftsteller über die Slaven und Russen“ (russisch) verschaffte ihm den Namen eines talentvollen Orientalisten, und er wurde von der Regierung zur ־weiteren Ausbildung nach Berlin ■und׳ Paris, wo er unter Opperts Leitung arbeitete;, gesandt. Vom Auslände zurückgekehrt, veröffentlichte er ״Ueber den Ursprungliehen Wohnsitz der Semiten. Europäer und Hamiten“, , wofür ihm der Titel ״Doktor der Geschichte" zuteil ward. Im selben Jahre trat er in das Unterrichtsministerium und in die kaiserl. öffentliche Bibliothek ein; in der letzteren wirkt er noch jetzt. Er erwarb sich ein besonderes Verdienst und grossen Ruhm durch die kritische Bearbeitung und Herausgibe van hebräischen, arabischen, etc. Manuskripten, aus der kaiserlichen Bib liothek unter dem Namen ״Studiien und Mitteilungen aus der Petersburger kaiserlichen Bibliothek“ (1875 bis jetzt) auch ״Sikaronhe-rischonim uleachironim“, ״Chadaschim gam jeschenim“. Er machte auch im Auftrage der kaiserlichen Bibliothek und der Akademie der Wissenschaften mehrere Reisen zu wissenschaftlichen Zwecken, 11. a. 1866 nach Palästim und Egypten. Mit besonderer Vorliebe aber beschäftigt sich Harkavy mit der Geschichte der Juden im Alten Russland. Polen, Chazarenreiche, Krym und Kaukasiern 1872 erschien sein Werk ״Erzählungen der hebräisehen Schriftsteller über das Chazarenreich“. 1875 ״Altjüdischei Denkmäler ans der Krym“. das viel wichtiges zur jiiidscheu Geschichte auf der taurischen Halbinsel enthält, besonders werden in dieser Schrift die karäisehen. Altertümer behandelt und die Arbeiten des bekannten Karäergelehrten und Rabbiners Tiirkowitz kritisch beleuchtet. 1881; Chasarisclre Briefe. 1884: Geschichte der Vierländersynode (Waad arbe. arozet.) Untier Harkavys Redaktion und mit seinen Anmerkungen erschienen die rassische Ausgabe der ״Geschichte der hebräischen. Literatur“ von Karpeles und.■einiger Teile der Grätz’schen ,״Geschichte der Juden“. Auch die hebräische Ausgabe von Grätz’s Geschichte durch Rabinowitz in Warschau enthält seine Anmerkungen, die auch in ״Revue des etudes juives ‘ veröffentliicht wurden. Unter seiner Redaktion erschienen auch durch die literarische Gesellschaft ״Achiosaf“ R. Jehuda Halevy's Geschichte. Harkavys ■zahlreiche Arbeiten wurden veröffentlicht rast in allen, hebräischen und jüdischen Zeitschriften, auch in den Memoiren der Petersbürger kaiserl. Akademie der Wissenschaften u. a. m. ist Mitglied mehrerer russischer und ausländischer wissenschaftlicher Vereine,; er erhielt mehrere Orden und Auszeichnungen und ist kaiserlich russischer Staatsrat. Purim. Paul Haupt sucht in seiner in. englischer .'Sprache, geschriebenen Arbeit mit dem Titel Purim (Beiträge zur Assyriologie und semitischen Sprachwissenschaft IV, 2. Leipzig, Hinrichs. 53 S, Geb. M. 4) den Nachweis zu erbringen, dass das Purimfest der J u d: e n auf der altbabylorii- . sehen und altpersischen Frühlingsfeier ruht, und dass: auch das germanische Mailest damit in nahem Zusammenhang steht. Eingesandt Geehrte Redaktion! Ich möchte Sie bitten, als Ergänzung zu dem Artikel ״Zur Gründung eine jüdischen Gymnasiums in Palästina“ von E. M. Lipschütz der No, 48