Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 24 (16.11.1906)
- Date
- 1906-11-16
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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198 LITERATURBLATT No. 24 12. Englisch: Elementarunterricht nach der Berlitzmethode. Arabisch: (fakultativ). 13. Elemente des Schreibens und Lesens nach der natürlichea. Methode. \ Klasse III. 1. Bibel und Talmud: Jeschajah 40 bis zum Schluss, Jescheskeel, Psalmen. Stücke aus Mischnah und Midrasch. 2. Hebräische Sprache: Erklärung ausgewählter (etwas schwerer) Kapitel. Gedichte und ausgewählte Aufsätze und Gespräche über häusliehe Lektüre. Etymologie von Nominibus und Verben. Grundlagen der Satzlehre. Aufsatz, Darstellungen, Vergleichungen und Wiedererzählungen. 3. Rechnen. Verhältnis und Proportion. Regeldetri, Zinsrechnung, Wechsel- und Diskontorechnung. Gesellschaftsrechnung. 4. Naturkunde: Ein allgemeiner systematischer Kursus in den drei Abteilungen, in Erde und Boden, Mineralien und insbesondere Metalle, Wasser und Luft. Pflanzen, ihr innerer Bau in entwicklungsgeschichtlicher Betrachtung. Gespräche über Hygiene. Mechanik, Pendel, Barometer, Pumpe. 5. Geschichte: Jüdische bis Maimonides. Geschichte Europas bis zur Reformation. 6. Erdbeschreibung: Asien, Afrika und Australien. 7. Zeichnen und Entwerfen von Blättern, Ornamenten usw. 8. Schönschreiben! und Buchhaltung. Hebräische und französische Briefe. Gewöhnliche Handelskorrespondenz. 9. Singen. 10. Turnen. 11. Französisch: Lektüre. Grammatik, Nomina. Hauptregeln der Syntaxis convenientiae. Interpunktionsregeln. Uebungen mit regelmässigern Verbum usw. Aufsätze, mündliche und schriftliche Wiedergabe aus der Lektüre. 12. Englisch. Der Unterricht wird in englischer Sprache erteilt. 13. Arabisch: (fakultativ). Leichtere Uebungen, schriftlich und mündlich. (Schluss folgt.) Literaturbericht Die jüdische Volksbewegung. Unter diesem Titel versendet die Zionistische Vereinigung eine kurze Broschüre die durch ihren ruhigen, fast akademischen Ton sehr angenehm berührt. Eine kurze geschichtliche Übersicht zeigt sehr richtig und geschickt, dass die Keime massvoller zionistischer Absichten und Hoffnungen bereits in den Gründern der ״Alliance Isruelite“ lebendig waren, deren Nachfolger später dem Zionismus sich schroff gegenüber stellen zu müssen glaubten. Die wachsende Not. der osteuropäischen Judenschaft entwickelte diese Keime mehr und mehr, bis schliesslich das uralte Streben nach; der Heimkehr in Gelobte Land auch der Mehrheit der noch jüdisch empfindenden Westeuropäer als das einzige Mittel einleuchtete, die östliche Judenfrage einer befriedigegnden Lösung zuzuführen. Denn es wird täglich klarer, dass es unmöglich ist, die Juden in Russland zu lassen, wenn man sie nicht allen Schreccken der Revolution und Gegenrevolution preisgeben will, zwischen denen sie d'as Schicksal des Korns zwischen der Mühlsteinen erleben müssen. Also Emigration! Massenauswanderung! Aber wohin? Zerstreuen lässt sich die ostjüdische Emigrantenmasse durch kein Mittel; sie hält fest zusammen, wie ein aus einem Stock ausgeflogener Bienenschwarm: in New York und London