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Jüdische Rundschau · 1906-11-09 · 23 (9.11.1906) · p. Seite 186

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
23 (9.11.1906)
Date
1906-11-09
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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186 LITERATURBLATT No. 23 setzt, wird sich der Konsequenz der Tatsachen nicht auf die Dauer verschlicssen können und wenn sie nicht andern, in ihren Grundsätzen zwar weniger, in ihren Handlungen aber mehr nationalen Organisationen das Feld räumen will, ihre falschen Schulprinzipien aufgeben müssen und zu den nationaljüdischen Ideen eines Charles Netter und eines Cremieux zuriickkehren müssen. Es ist daher nur die Frage der Zeit, und nicht mehr die Frage des Seins oder Nichtseins, wann das ganze jüdische Schulwesen in Palästina sich auf der Grundlage des Hebräischen aufbauen wird. Ein ungeheuer wichtiger Schritt ist soeben geschehen: In Jaffa ist ,man endlich an die Gründung eines hebräischen Gymnasiums gegangen das von uns zuerst in Vorschlag gebracht und von uns zuerst und dauernd propagiert worden ist. Wir weisen nur auf die Artikel hin die wir diesem Gegenstände in unserm ZION und in der JUEDISCHEN RUNDSCHAU gewidmet haben. Es gibt keine wichtigere Institution für die Neubelebung und Ausweitung jüdischer Kulturgedanken als das hebräische Gymnasium, wenn wir uns auch wohl bewusst sind, dass für die praktischen Bedürfnisse der in Palästina einheimischen Juden eine höhere Schule mit realen Bildungsflächen — wozu die vielfache Sprachkenntnis am allerwenigsten gehört — ein dringendes Erfordernis ist, das von den Zionisten ebenfalls in Angriff genommen werden muss und ihre ganze Unterstützung mit Rat und Tat beanspruchen darf, wenn diese Gründung von anderer Seite vor sich geht. Diese reale Schule wird aber nur für die Juden des Landes selbst eine freilich unschätzbare ■Bedeutung haben, wenn sie mit geeignetem Personal und tauglichen Mitteln in Angriff genommen wird. Das hebräische Gymnasium von Jaffa aber wird von der weitesten und tiefsten Bedeutung für das Gesamtjudentum in allen Ländern sein, ganz abgesehen davon, dass es der einzige Weg ist, der zur Gründung der hebräischen Hochschule führt. Dass es zu allen diesen Kulturinstitutionen zuerst einmal einer grossen und sachlich und sachverständig geleiteten Bibliothek bedarf, darüber wird sich jeder klar sein, der die Bedeutung der Bibliothek nicht bloss aus der gelegentlichen Benutzung, sondern im Zusammenhang der gesamten Bildungsmittel zu• schätzen weiss. Jede solche neue Gründung erinnert uns von neuem an den schmachvollen Zustand, in dem, sich die angebliche Nationalbibliothek in Jerusalem befindet, lediglich, weil den zuständigen Stellen die Tatkraft und der Entschluss fehlt, den Zuständen au diesen Stellen mit eisernem Besen ein Ende zu machen. Die Biichersammlung in Jerusalem ist himmelweit davon entfernt, eine Bibliothek zu sein und zwar lediglich infolge ihrer Verwaltung, die in Wahrheit ein Fehlen aller Verwaltung ist. Dagegen ist jetzt in Jaffa der Schritt geschehen, den wir so lange Jahre bange erwartet haben. Mutige Männer haben die Gründung des hebräischen Gymnasiums in Angriff genommen und es ist kein Zweifel, dass die neue Anstalt fortkommen und blühen wird. Freilich haben wir alle die Pflicht, mitzuhelfen, dass die Anstalt zu dem werde, was ihre Gründer von ihr erwarten. Zu diesem Zwecke darf sie kein blosser Abklatsch

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