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Jüdische Rundschau · 1906-11-09 · 23 (9.11.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
23 (9.11.1906)
Date
1906-11-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt der Jüdischen Rundschau Beilage zu .*Jüdische Rundschau“ Jahrg. XI. No. 45 Herausgegeben von Dr. Heinrich £oewe. ל Redaktion: BERLIN N. W. 52, Melanchthonstrasse 4. N0.23. Berlin,20.Marcheschwan5667—9.November 1906 Jahrg. II Ein hebräisches Gymnasium Ein jüdisches Gymnasium gilt längst in dem Augen der um! die Zukunft ihrer Stammesgemeinschaft besorgten >uden für ein Erfordernis, das nicht mehr lange zurückgewiesen werden kann. Eine ganze Reihe höherer jüdischer Schulen ist nach dieser Richtung hin bei ihrer Gründung gemeint gewesen. Freilich war dabei die Auffassung von Judentum eine recht verschiedene. Nicht freilich rechnen wir hierin Gründungen wie die Samsonschule in Wolffenbüttel oder gar die Jacobsohnschule in Seesen, die ausdrücklich mit dem Zweck gegründet wurde, die in ihr erzogenen Kinder desselben Weges zu führen, den der Gründer seinen Sohn gehen liess. Der junge Jacobsohn war bekanntlich später der Sprecher der christkatho- Irschen Gemeinde in Berlin. Aber die Schulen in Frankfurt, die Bürgerschule in Fürth, die ja früher einmal eine Jeschibha gewesen war, die Talmud-Thora in Hamburg waren Gründungen in dieser Wegrichtung. In andern Ländern mit grosser jüdischer Bevölkerung, insbesondere im weiten Osten und drüben über dem Meere im Westen hat man dieses Bedürfnis nach höheren jüdischen Schulen als dem besten Bollwerk des Judentums längst empfunden und den Verhältnissen gemäss wenigstens versucht, sie zu erreichen. Bei uns wird man denselben Weg langsamer aber sicher ebenfalls gehen müssen und gehen. Die grösste Bedeutung hat für uns aber die Schule und ihre Ent- Wicklung in Palästina weil es d!as einzige Land ist, in dem die hebräische Sprache die herrschende sein wird. In jedem andern Lande wird, selbst wenn es unter einer freien jüdischen Selbstverwaltung steht, etwa die englische und sicher die jüdisch-deutsche Sprache das herrschende Idiom sein, in Palästina aber, dem historischen Erfordernis wird die Sprache zur Herrschaft gelangen, die wie das alte Heimatsland nur eine Konsequenz der alten Nationalgeschichte ist. Wenn daher in anderen Ländern die höheren jüdischen Schulen niemals das Hebräische als Unteri ichtssprache haben werden, so wird grade in Palästina, im Lande Israel nur das Hebräische möglich und denkbar sein, als die Unterrichtsspräche jeder Schule und gar jeder höheren Schule. Die Alliance Israelite Universelle, die im Gegensätze zu ihren Grundgesetzen das Französische an die Stelle des Hebräischen, das Franzosentum anstelle des Judentums

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