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Jüdische Rundschau · 1906-10-26 · 21 (26.10.1906) · p. Seite 174

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
21 (26.10.1906)
Date
1906-10-26
Page
Seite 174 (sequence 6)
Language
German
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174 LITERATU RBL ATT No. 21 Saje-f Schahänede. Unter dem Szepter des Sultans. Von Ali Nouri. Berlin W. 35: C. A. Schwetschke & Sohn 1905. VIII, 216 S. 8. brosch. 3 Mark, i Ali Nouri ist einem grösseren europäischen Publikum bekannter geworden als die meisten anderen türkischen und orientalischen Schriftsteller. Und nicht mit Unrecht. Ist er doch ein Typus jener jungen türkischen Qe- Seilschaft ~~ er selbst gehört keineswegs mehr zu den jungen Leuten die darauf Anspruch erheben zu dürfen glauben, dass sie die Hoffnung des Türkischen Volkes bilden. Wenn wir diesen Anspruch nur mit Einschränkung• gelten lassen können, so geschieht das einmal darum, weil wir dem türkischen Staatsgefüge viel mehr Festigkeit Zutrauen als das gemeinhin geschieht und dann, weil diese Gruppe, wie Ali Nouri, viel zu lange im Ausland sich aufhalten muss und viel zu viel vom Auslande und ausländischem Einfluss erhofft. In diesem Sinne ist auch der Inhalt des vorliegenden Buches nicht einwandsfrei. Mit einer edlen Liebe zu der von ihm vertretenen Sache, aber auch mit einem ungerechten Hass gegen die von ihm bekämpften Gegner und Staatsinstitutionen .verficht Ali Nouri die jungtürkische Sache ggenüber einem Monarchen, der vielleicht nicht zu den Naturen gehört, die einer Welt in Waffen offen trotzen zu können meinen, aber der durch eine diplomatische Klugheit ohnegleichen diese Welt in den allergefähreichsten Momenten teils zu entwaffnen, teils zu entzweien wusste. Kurz. Ali Nouri ist, ohne es zu wollen, gegen den Sultan ungerecht. Gleichwohl Trägt das Buch Ali Nouris sehr dazu bei, dass Kenntnisse und intimeres Wissen von Türken und Türkentum in weitere Kreise der Europäer dringt. Wir Juden haben das besonders nötig, Denn uns sind die Türken das direkt glaubens- und indirekt stammesverwandte Volk, dem wir seit seinem Auftreten auf historischem Boden dauernd zn Dank verpflichtet sind. Wir Zionisten zumal, finden in dem interessanten Buche so viel, was wir nicht wissen und! wissen müssen, dass wir Unrecht täten, das Buch zu übersehen, auch wenn uns nicht die Meinung des Autors üfyei Judentum! und, Zionismus so interessieren möchte. Einen Aufsatz des Verfassers, den achten in der Reihe, ״Zum Zionistenkongress in Basel“ bringen wir an anderer Stelle in der heutigen Nummer. Aber es wäre ein grosser Irrtum, zu glauben, dass sich damit das Interesse des zionistischen Lese- Publikums an dem Buche auch nur im entferntesten erschöpfte. Im Gegenteile ist diese Sammlung von journalistischen und publizistischen Entwürfen und Aufsätzen von grossem Werte für jeden, der vom Orient und seinem politischen Leben intimere Kenntnis erhalten möchte. Denn auf die Mit- Wirkung des Osmanischen Reiches und des Türkischen Volkes zur Erreichung unseres Zieles können wir nicht verzichten. Und weil wir politische Zionisten sind, müssen wir die politischen Bedingungen, die in der Türkei unser harren, genau kennen. Freilich würden wir einen grossen Irrtum begehen, wenn wir uns durch die feine und geschickte Art zu schreiben, wie sie Ali Nouri eigen ist, glauben machen dessen, dass er anders als parteilich schriebe. Aber sein Buch ist ein besonders kräftiger Farbenstrich in dem farbenreichen Gemälde des Orients. Mit Vorsicht will das Buch genossen sein, und man wird einen Genuss von ihm haben. Wenn man sich stets fest vor Augen hält, dass hier ein äusserlich ruhiger, aber nichtsdestoweniger radikaler Parteimann schreibt, so wird man ausser der Freude am Lesen auch recht vielen Nutzen haben. Ma’arabi. Märchen von M. Pfitzner- Strassburg i. E. und Leipzig: Josef Singer. Hofbuchhandlung, 1906. Es ist sehr schwer, für unsere Kinder eine leichte Märchenlektüre zu bekommen, die weht geeignet ist, Aberglauben und abergläubische Furcht n ihnen zu nähren. Der grosse erziehliche Wert der Andersenseben Mär-

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