Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 18 (14.9.1906)
- Date
- 1906-09-14
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8295971-9045928-8238363--363-8189998- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No. 18 UTfeRATÜRÖLAt T_ _15i Göttinnen und andere) ist zulässig. Auch wird eine erschöpfende Sammlung allen in den Museen zerstreuten Materials nicht gefordert, wohl aber eine kritische Sichtung und Ordnung der wichtigsten Denkmäler, bei der die Umgestaltungen und; die Verbreitung' der Typen dargelegt, die Frage, welche Bedeutung sie bei den einzelnen Völkern gehabt haben, geprüft und ihr Ursprung nach Möglichkeit aufgestellt werden Soll.“ Der ausgesetzte Preis beträgt 5000 Mark. Die Bewerbungsschriften können in deutscher, lateinischer, französischer, englischer oder italienischer Sprache abgefasst sein. Die Einlieferungsfrist (mit Kennwort) reicht bis zum 31. Dezember 1908. Altjüdische Ruinen in Bulgarien In der alten Zaren- und Krönungsstadt Tirnova sind bei den Erdarbeiten für den Bau eines neuen Bahnhofes die Ueberreste eines uralten jüdischen Friedhofes, blossgelegt worden!, wobei man nicht nur auf menschliehe Sklette gestossen ist, sondern auch goldene und silberne Schmuck- Sachen in bedeutender Anzahl zutage gefördert hat; die Auffindung von Grabsteinen mit jüdischen Namen in hebräischen Schriftzügen lässt keinen Zweifel darüber zu, dass man es hier tatsächlich mit den Ueberresten jener bedeutendsten der jüdischen Koionieen aus der Zeit der selbständigen Zaren zu tun hat, deren Bestehen bulgarische Chroniken erwähnen, über deren genauere Lage man aber bisher keinen Nachweis besass. Tirnova spielte zurzeit der unabhängigen Zaren von Bulgarien eine grosse Rolle in der Geschichte der bulgarischen Juden. Der Zar Iwan Alexander von Bulgarien heiratete nämlich im Jahre 1335 eine schöne Jüdin aus Tirnova. Sara, die nach der Taufe den Namen Theodora, die ״neuerleuchtete Zarin und die einzige Stütze aller Bulgaren und Griechen“, erhielt. Theodora verband mit einer hervorragenden Schönheit^ einen starken und herrischen Verstand und war die eigentliche Leiterin des bulgarischen Reiches. Als nun Zar Iwan alt wurde, teilte Theodora, die zwei Kinder, einen Sohn Iwan Tschitschman und eine Tochter Tamara hatte, das Reich unter ihren Sohn und die anderen Söhne des alten Zaren, so dass ihrem Sohne ein Teil Bulgariens zufiel, mit Tirnova als Hauptstadt. Im Jahre 1346 wurde Iwan Tschitchman, der Sohn einer Jüdin, Zar von Bulgarien. Er favorisierte die Juden, und unter seiner Herrschaft bildeten sich" Judengemeinden in Nicopolis, Plevur, Widdin. die meistens aus den aus Ungarn vertriebenen Juden bestanden. Nach dem Tode Iwans brachen in Tirnova Unruhen gegen die Juden aus, so dass diese sich nach Nicopolis begeben mussten. Die Funde, die nun in Tirnova an den Tag gefördert werden, werden über dunkle Zeiten Aufschluss geben können Ein Jüdisches Theater in London London hat jetzt auch schon seit geraumer Zeit ein eigenes. Theater, das Pavillon-Theater im Ostende der Stadt. In demselben/Wird in Jiddisch (jüdisch-deutsch) gespielt, und das Theater ist gegenwärtig Abend für Abend und auch bei! den Nachmittagsvorstellungen bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Grund liegt in dem Gastspiele dies Herrn Jacob P. Adler, des Jüdischenlrving“, der in New York eines der vier Theater besitzt, in denen in Jiddisch gespielt wird1 und die sich bei der starken jüdischen Bevölkerung New Yorks — 400 000 — und der grossen Theaterliebe der Juden uugewohnlicher Prosperität erfreuen. Mit diesen jüdischen Theatern ist zugleich