Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- II.1906
- Issue
- 18 (14.9.1906)
- Date
- 1906-09-14
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Mo. 18 LITERAtURBLAtT eine jüdische Theaterföteratur entstanden, und van Herrn Adler werden einige dieser für seine Bühne geschriebenen Stücke nunmehr auch in London zur Aufführung gebracht. In einem derselben ״Metoret“, trat er Sonnabend Abend auf, und die Hauptrolle, die eines jüdischen Träumers und Weltverbessere rs, der an seinen Idealen zugrunde geht, bot ihm Gelegenheit, seine hohe künstlerische Begabung 4m glänzendsten Lichte erscheinen zu׳ lassen. Im Laufe der Woche wird er noch in einem anderen dieser für ihn in Jiddisch geschriebenen Stücke, ״Salomon der Weise,“ auftreten. Eine seiner Glanzrollen bildet aber ״Uriel Acosta“ und dann die Bearbeitung von ״Der Kaufmann von Venedig“, wo er selbstverständlich den Shylock spielt, und die Bearbeitung von ״,König Lear“. Diese Familientragödie ist aus diem Königliehen im das. Bürgerliche übertragen.. König Lear wird da zu einem Kaufmann Moscheies in Wilna. Die englische Presse zollt den künstlerischen Leistungen Adlers die höchste Anerkennung. Prof. Dr. Hugo Win ekler, der Lehrer der semitischen Sprachen an der Berliner Universität, ist bei den Ausgrabungen, die er mit Unter- Stützung des von Hamdy Bey so verdienstvoll geleiteten Ottomanischen Museums in Kleinasien ausfü'hrt, von grossem Finderglück begünstigt. Die Stätte seiner Arbeit ist das durch seine Felsenskulpturen berühmte Bogas- Kö;i (wahrscheinlich das von Krösos zerstörte Pteria), im Vilajet Angora, 28 Kilometer nordwestlich von Jozgad. Djg Funde Prof. Wincklers versprechen in gewissem Sinne eine Fortsetzung der berühmten Briefe von Tell-el-Amarna zu geben, die der Gelehrte, wenn auch nicht gefunden, so doch, erst erschlossen hat. Bogas-Köi ist der Mittelpunkt des hethiti־ sehen Reiches um die Mitte des zweiten Jahrtausends gewesen, das auch, wie mehrere Briefe von el-Amarna beweisen, mit Aegypten Verbindung hatte. Eine grosse Ainzahl Tontafeln, zum Teil beträchtlich und ungewohnlich gross, ist von Prof. Winckler ausgegraben worden; sie sind in babylonischer und assyrischer Keilschrift geschrieben, aber in Chattispräche verfasst und stammen! aus der Zeit Ramses’ II., der :einen Bündnisvertrag mit dem Hethiterfürsten Chetasar im Tempel zu Karnak einmeisseln liess. Die Funde versprechen, neues Licht auf das Dunkel der Vorgeschichte Kleinasiens und seiner Bedeutung in der Völkergeschichte des alten Orients zu werfen. Büchersendungen für die Jüdische Nationalbibliothek sind bis auf weiteres an das Zentralbureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 66, Mauerstrassse 2 ill zu richten. ✓