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Jüdische Rundschau · 1906-08-10 · 17 (10.8.1906) · p. Seite 143

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
17 (10.8.1906)
Date
1906-08-10
Page
Seite 143 (sequence 7)
Language
German
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No. 17 LITERATURBLATT 143 Am 2. Juli wurde in London die diesjährige Ausstellung der ״Britischen S.chiule für Archäologie in Ägypten“ eröffnet. Wie TIMES mitteilen״ soll die Reichhaltigkeit der Ausstellung nicht besonders gross sein. Jedoch sind die Erforschungen, die man in diesem Jahre gemacht hat, für den Ägyptologen von ganz besonderem Werte. Ausser der Entdeckung des Hyksoslagers, das in No. 14 des LITERATURBLATTES der JÜDISCHEN RUNDSCHAU ausführlich beschrieben wurde, und von dem auf der Aus^ Stellung diverse Bilder und Zeichnungen zu sehen sind, hat Professor Flinders Petri e den Tempel und die Stadt gefunden, welche der Hohe. Priester Omas als Zufluchtsstätte für sich und seine Landsleute erbaute (ungefähr im Jahre 150 a. Chr.), als sie vor den Verfolgungen des Antjochus Epiphanes flohen. Die Lage dieser ehemaligen Stadt ist ganz in der Nähe des obenerwähnten Hyksoslagers, ca. 20 engl. Meilen׳ nördlich von Kairo bei Teil et Yebudiyeh (Judenhügel.) Diese Ausgrabungen liefern den Beweis der Wahrheit und Genauigkeit des Josephus und können dazu dienen, eschein־ bare Verschiedenheiten in der Geschichtserzählung dieses jüdischen Schrift- Stellers zu vereinbaren. Der Erdwall und die Bauart dieser Stadt sind in d״r[ Ausstellung in einem in allen Details gut ausgeführten Modelle zu sehen. Der Tempel war eine Kopie desjenigen des Zerubabel in Jerusalem, welcher, wie bekannt ist, kleiner gewesen sein soll, als derjenige׳ Salomo’s; und in der Tat war er gerade halb so gross als der salomonische. Die Stadt war gut befestigt. Der höchste Punkt war für den Tempel und dessen Hof!reserviert. Vor vielen Jahren sollen an der Nordseite der Stadt viele Überreste von Schlachtopfern gefunden worden sein. Trotz allen! Nachsuchens fand man aber jetzt nur ein Schofarhorn. Die Ruinen der östlichen Stadtmauern erreichen jetzt noch eine Höhe von ca. 12 Fuss. 25 Fuss war die erstmalige Höhe derselben. Die Bauart der Gebäude in der Stadt war hauptsächlich im Stile Jerusalems und nicht im ägyptischen. Josephus beschreibt die Details genau so, wie man sie jetzt gefunden hat. Einzelne Bruchstücke von Kapitalen und einige andere Überbleibsel waren jedoch in korinthischem Stile gebaut. Man fand u. a. ein Stück einer Rechnung eines Baumeisters für Ziegelsteine, welche deni Namen Abram trägt. Die Form der Stadt war genau dieselbe, die der Hügel hatte, auf welchem in Jerusalem der Tempel erbaut war. Die Erbauer wollten sich wahrscheinlich ein neues Jerusalem in Ägypten gründen. Literaturbericht Die russischen Massakres. Voriträge von Prof. Liszt, Berlin: R.-A. Shdanoff, Moskau; Justizrat Albert Traeger, M. d. R״ Berlin; Pfarrer D. P. K i r m s s , Berlin; Dr. J. Brutzkus. Petersburg, und D. Friedrich Naumann, Berlin. Gehalten in der Tonhallen-Ver- Sammlung am 25. Juni 1906 zu Berlin. 30 Seiten, •modern broschiert, 20 P f e n n i g. Diese von Tausenden besuchte Versammlung hat im ganzen Reich grosses Aufsehen erregt. Alle grösseren Zeitungen haben über, ihren erhebenden Verlauf berichtet. Unsere Leser werden es deshalb be-

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